Verhandlungen
Preisstreit: Migros nimmt verschiedene Rivella-Produkte aus dem Regal

Die Migros und Rivella konnten sich bei Preisverhandlungen nicht einigen. Nun nimmt die Migros verschiedene Rivella-Produkte aus ihrem Sortiment.

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Die Migros hat unter anderem einen Bestellstopp für das zuckerreduzierte Rivella Refresh verhängt.

Die Migros hat unter anderem einen Bestellstopp für das zuckerreduzierte Rivella Refresh verhängt.

zvg/Rivella Group

(dpo) Bei Preisverhandlungen zwischen Grossverteilern und Lieferanten wird hart gefeilscht und zuweilen knallt es auch. Jüngst etwa zwischen der Migros und Rivella. Als Folge nimmt der Detailhändler nun verschiedene Produkte des Getränkeherstellers aus Rothrist im Kanton Aargau aus den Regalen. Eine Sprecherin von Rivella bestätigt auf Anfrage von CH Media einen entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung».

Konkret habe die Migros einen Bestellstopp für das zuckerreduzierte Rivella Refresh, Rivella Grüntee sowie das Vitaminwasser Focuswater verhängt. Gemäss dem Geschäftsführer von Rivella, Erland Brügger, wolle der Detailhändler weniger für die genannten Produkte bezahlen. «Die Migros stellt beim Preis Forderungen, die wir so nicht erfüllen können und wollen», lässt sich Brügger im Zeitungsbericht zitieren. «Wir haben keine Lust, uns erpressen zu lassen.» Der Geschäftsführer von Rivella gab aber zu verstehen, dass man mit der Migros weiterhin im Gespräch bleibe.

Marktbeobachtung der Wettbewerbskommission

Auf Nachfrage von CH Media schreibt ein Sprecher der Migros, dass das Unternehmen grundsätzlich keine Details zu Verhandlungen mit ihren Lieferanten kommuniziere. «Insbesondere dann, wenn die Verhandlungen noch am Laufen sind.»

Weiter betont der Sprecher, dass die Migros seit letztem Herbst die Preise von 1000 Produkten gesenkt habe. Das Unternehmen wolle gemeinsam mit den Lieferanten Qualitätsprodukte zu fairen Preisen für die Konsumenten anbieten.

Es ist indes nicht das erste Mal, dass sich der orange Riese dem Vorwurf der Preisdrückerei stellen muss. So hatte etwa der Verband der Markenartikelhersteller Promarca Mitte 2020 bei der Wettbewerbskommission (Weko) Anzeige erstattet. Der Vorwurf von Promarca: Die Migros soll von Lieferanten im Schnitt Preisreduktionen von 10 Prozent verlangt haben, ohne die üblichen Gegenleistungen wie die Mitfinanzierung von Aktionen dafür zu gewähren. Die Weko hat daraufhin eine Marktbeobachtung eingeleitet.

Der Detailhändler wehrt sich gegen den Vorwurf der Preisdrückerei. Ob die Weko sich die Angelegenheit vertieft anschauen wird, soll laut der «SonntagsZeitung» in einigen Wochen entschieden werden.