Pandemie
Vier Kantone wollen mit Sonntagsverkauf den Städtetourismus ankurbeln

Corona hat dem Städtetourismus stark zugesetzt. Nun lancieren die Kantone Zürich, Genf, Luzern und Tessin einen gemeinsamen Vorstoss, um den Städten auf die Sprünge zu helfen.

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In der grössten Tourismusgemeinde der Schweiz, der Stadt Zürich, dürfen Läden sonntags nicht öffnen. Das soll sich ändern. (Symbolbild)

In der grössten Tourismusgemeinde der Schweiz, der Stadt Zürich, dürfen Läden sonntags nicht öffnen. Das soll sich ändern. (Symbolbild)

Keystone

Die hiesige Tourismusbranche gehört zu den Leidtragenden der Coronapandemie. Am stärksten betroffen sind dabei die Städte. Die Hotellerie, Gastronomie und der stationäre Detailhandel in den Innenstädten leiden vor allem an der starken Abnahme der Geschäftsreisen. Nun wollen die Volkswirtschaftsdirektorinnen und -direktoren der Kantone Zürich, Luzern und Tessin sowie die Branchenorganisation Genf Tourismus gemeinsam den Städten auf die Sprünge helfen.

Sie fordern «gezielte Korrekturen der regulatorischen Rahmenbedingungen», wie es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Freitag heisst. Dazu zählen etwa Einkaufsmöglichkeiten an den Wochenenden in touristischen Quartieren, wie dies in klassischen Berg-Destinationen bereits möglich ist. Entsprechend soll die Verordnung zum Arbeitsgesetz mit einem Passus ergänzt werden, um auch in Städten und grossen Ortschaften Tourismuszonen zu ermöglichen.

Zürich, Genf, Luzern und das Tessin argumentieren, dass für Individualreisende aus Europa der Sonntag wichtig sei. Urbane Kongressdestinationen wie Genf und Zürich seien zudem darauf angewiesen, dass der Freizeittourismus auch am Wochenende gefördert werde.

Ein heisses Eisen

Im Prinzip ist die Sonntagsarbeit hierzulande verboten, doch Kantone und Gemeinden können Tourismuszonen deklarieren, um die Regeln teilweise zu umgehen. Mit dem am Freitag präsentierten Vorstoss fassen die Volkswirtschaftsdirektorinnen und -direktoren ein heisses Eisen ein. Die Aufhebung des Sonntagsarbeitsverbots erhitzt regelmässig die Gemüter und mobilisiert jeweils die Gewerkschaften.

Wohlwissend, dass die Arbeitnehmerorganisationen sich gegen Vorstoss stellen dürften, schieben die Verantwortlichen vorsichtshalber nach: «Mit der Anpassung der Verordnung ist noch kein Sonntagsarbeitsverbot aufgehoben.» Es werde erst die Grundlage gelegt, dass die Kantone mit ihren Gemeinden die Diskussionen führen können, wo Tourismuszonen Sinn machen und wie diese ausgestaltet werden könnten. (dpo)

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