Messen
Angst vor Absage oder Verschiebung: Veranstalter fordern finanziellen Fallschirm

Veranstalter scheuen sich derzeit noch davor, grosse Anlässe zu planen. Damit es trotz der Pandemie vorwärts gehen kann, fordern Dachverbände eine finanzielle Absicherung vom Bund.

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Die Veranstalter befinden sich derzeit auf einer Karussellfahrt im luftleeren Raum. Und auch Jahrmärkte brauchen langfristige Planungssicherheit. (Symbolbild)

Die Veranstalter befinden sich derzeit auf einer Karussellfahrt im luftleeren Raum. Und auch Jahrmärkte brauchen langfristige Planungssicherheit. (Symbolbild)

Keystone

(mg) Grosse Veranstaltungen brauchen grosse Vorlaufzeiten. Und da die Unwägbarkeiten wegen der Coronapandemie derzeit gross sind, scheuen sich viele Veranstalter, die Arbeiten zu starten. Zu unklar ist, wie die Situation in ein paar Monaten sein wird, und ob und in welcher Form grosse Veranstaltungen und Messen überhaupt stattfinden können. Jetzt fordern diverse Branchenverbände einen sogenannten Schutzschirm für eine coronabedingte Absage.

Konkret sollten finanzielle Nachteile aufgrund kurzfristiger Covid-19-bedingter Einschränkungen, Absagen oder Verschiebungen «bis zu maximal 90 Prozent abgesichert werden», wie es in einer Mitteilung heisst. Dies im Zeitraum vom 1. Juni 2021 bis zum 30. April 2022. Die Verbände möchten diesen Passus in das Covid-19-Gesetz schreiben lassen, das in der kommenden Frühjahrssession erneut ins Parlament kommt. So könnten die Veranstalter planen und würden, im Falle einer behördlich verordneten Absage oder Einschränkung, nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

Wichtige Impulsgeber für wirtschaftliche Erholung

«Wenn wir jetzt keine Perspektive erhalten, werden in diesem Jahr nur sehr wenige Veranstaltungen stattfinden, auch wenn es die epidemiologische Lage zulassen würde», lässt sich Christoph Kamber, Präsident von Expo Event Swiss LiveCom Association in der Mitteilung zitieren. Dies, weil das finanzielle Risiko unter diesen Voraussetzungen «schlicht untragbar» sei. Der Schutzschirm sei auch deswegen wichtig, «da Entschädigungen im Bereich Kultur und Sport dem wirtschaftlich gewichtigsten Teil der Branche (Dienstleister für wirtschaftsbezogene Veranstaltungen) verwehrt bleiben.»

Messen und Veranstaltungen seien auch «wichtige Impulsgeber für eine rasche gesamtwirtschaftliche Erholung nach der Coronakrise». Sie hätten auch positive Effekte auf Tourismus, die Hotellerie und Gastronomie sowie die Zulieferbranchen, geben sich die Verbände überzeugt. Andere Länder würden bereits einen Schutzschirm kennen. Maximal soll der Bund für das Jahr 2021 dafür 350 Millionen Franken zur Verfügung stellen. Aus diesem Topf konnten betroffene Veranstaltungen auf Gesuch eine Ausfallentschädigung erhalten.