MEDIEN
Knall in der Medienbranche: Jonas Projer wird neuer Chef der «NZZ am Sonntag»

Nun ist es offiziell: Der bekannte TV-Journalist Jonas Projer wird ab September neuer Chefredaktor der «NZZ am Sonntag». Er soll die Zeitung in die nächste digitale Phase führen. Der jetzige Chef geht wegen unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Entwicklung.

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Jonas Projer wird neuer Chefredaktor der «NZZ am Sonntag».

Jonas Projer wird neuer Chefredaktor der «NZZ am Sonntag».

Keystone

(abi/rwa) Nun bestätigt sich, was CH Media bereits am Donnerstagabend in Erfahrung brachte: Bei der «NZZ am Sonntag» kommt es zu einem Chefwechsel – und der hat es in sich. Der langjährige Chefredaktor Luzi Bernet wird seine Tätigkeit beenden. Die Auffassungen über die weitere Entwicklung der Zeitung seien unterschiedlich gewesen, begründet die NZZ in einer Mitteilung vom Freitag den Schritt.

Ab September übernimmt nun Jonas Projer das Steuer. Der 39-Jährige kommt von Blick TV. Das erste Streaming-Fernsehen der Schweiz ging erst vor einem Jahr auf Sendung. Aushängeschild ist Chefredaktor Projer, gross geworden als Moderator der «Arena» des Schweizer Fernsehens SRF, die er fast fünf Jahre lang leitete. Auf Blick TV wirkte Projer anfänglich im Hintergrund, zuletzt war er auch öfters vor der Kamera zu sehen, etwa am vergangenen Abstimmungssonntag.

Nach abgeschlossener Aufbauarbeit habe sich Projer entschieden, Blick TV zu verlassen, schreibt Ringier in einer Mitteilung. Demnach ist die «NZZ am Sonntag» mit einem konkreten Angebot auf Projer zugegangen. Wer seine Nachfolge bei Blick TV antritt, ist noch unklar. Interimistisch übernimmt ein sechsköpfiges Führungsteam die Leitung.

Digitalen Bereich auf Vordermann bringen

Klar sind dagegen die Erwartungen seines künftigen Arbeitgebers: Projer soll die «NZZ am Sonntag» in die nächste digitale Phase führen. Der Print-Ausgabe werde auch in Zukunft eine zentrale Rolle zukommen, schreibt die NZZ in ihrer Mitteilung. «Gleichzeitig müssen wir den digitalen Wandel aber auch bei unserem Sonntagstitel vorantreiben.» Projer verfüge über eine «profunde Erfahrung» im digitalen Bereich und den «nötigen strategischen Weitblick».

Aus Sicht der NZZ-Chefetage war Luzi Bernet dafür wohl nicht die geeignete Person. Wie es für ihn weitergeht, ist noch unklar. Gespräche über eine allfällige neue Rolle innerhalb der NZZ-Mediengruppe seien im Gang. In der Mitteilung dankte Etienne Jornod, Präsident des Verwaltungsrates der NZZ-Mediengruppe, Bernet für «seine hervorragenden Leistungen und sein langjähriges Engagement für die ‹NZZ am Sonntag›».