Lebensmittel
Ragusa-Chef warnt: Grosse Schoggi-Produzenten verwässern «Swiss made»

In der Schweiz wird immer mehr ausländische Schokolade konsumiert. Für Ragusa-Chef Daniel Bloch ist das keine gute Entwicklung: Schweizer Schoggi wird zu teuer. Das Problem ist aber auch hausgemacht.

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Daniel Bloch vor seiner Schoggifabrik im bernjurassischen Courtelary.

Daniel Bloch vor seiner Schoggifabrik im bernjurassischen Courtelary.

Keystone

Der Trend ist klar: Auch im Mutterland der Schokolade wird häufiger auf ausländische Ware zurückgegriffen. In der Schweiz hat sich der Importanteil konsumierter Schoggi in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Letztes Jahr betrug er 42 Prozent. Ein Grund dafür: Einige Schweizer Marken stellen einen grossen Teil ihrer Schokolade unterdessen im Ausland her. Prominentes Beispiel ist der berühmte Goldhase, den Lindt in Deutschland herstellt.

Daniel Bloch, Chef des Ragusa-Herstellers Camille Bloch, bereitet diese Entwicklung Sorgen. «Schweizer Marken, die ausländische Schoggi verkaufen, verwässern Swiss made», sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Er könne das aus wirtschaftlicher Sicht zwar nachvollziehen. Die grossen Hersteller seien weniger auf Swissness angewiesen, weil ihre Marke überall bekannt sei.

Allerdings würde das der Swissness nicht helfen, schätzt Bloch. Die Rohstoffe im Ausland seien viel billiger. Die Folge: Produzenten im Inland hätten damit einen «klaren Wettbewerbsnachteil». «Schweizer Schokolade wird zu teuer», konstatiert Bloch. Komme hinzu, dass es Schweizerinnen und Schweizer nicht so sehr störe, wo die Schokolade produziert worden sei. Sie seien in erster Linie ihrer Marke treu und nicht der Schweizer Herkunft. (rwa)