Krebsmedikament
Zu hohe Preise: Roche soll sich in Südafrika vor Gericht verantworten

Die Südafrikanische Wettbewerbskommission hat ein Verfahren vor Gericht gegen Roche angestossen. Der Schweizer Pharmakonzern soll zu viel für das Krebsmedikament «Trastuzumab» verlangt haben.

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Roche gerät wegen eines Krebsmedikaments ins Visier der südafrikanischen Wettbewerbskommission.

Roche gerät wegen eines Krebsmedikaments ins Visier der südafrikanischen Wettbewerbskommission.

Keystone

Der Basler Pharmakonzern Roche muss sich in Südafrika wohl vor Gericht verantworten: Die südafrikanische Wettbewerbskommission (Weko) hat beim Wettbewerbsgericht ein Verfahren eingeleitet. Das teilte sie am Dienstagabend mit. Die Behörde wirft Roche vor, für das Krebsmedikament «Trastuzumab» einen überhöhten Preis verlangt zu haben.

Sie spricht dabei von einer «Verletzung grundlegender Menschenrechte», da der zu teure Preis Frauen mit Brustkrebs den Zugang zu lebensrettenden Medikamenten verwehrt habe. Roche habe unter anderem auf das Recht auf Gleichheit, das Recht auf Zugang zu Gesundheitsdiensten, das Recht auf Würde und das Recht auf Leben verstossen, heisst es weiter. «Die Kommission hat das Gericht ersucht, eine Höchststrafe gegen Roche zu verhängen wegen schädigendem und lebensfeindlichem Preisverhalten», wird Tembinkosi Bonakele von der Weko zitiert.

Roche weist Vorwürfe zurück

Konkret geht es um die Zeiträume zwischen Januar 2011 und November 2020 sowie November 2015 und Juli 2020, in dem das Medikament im privaten respektive öffentlichen Gesundheitsweisen zu überhöhten Preisen verkauft worden sein soll. Die Kommission schätzt, dass über 10'000 Brustkrebspatientinnen davon betroffen waren und so keinen Zugang zu «Trastuzumab» hatten.

Roche weist die Vorwürfe auf Anfrage von CH Media «aufs Schärfste» zurück und bestreitet die Anschuldigungen. «Die Preise für unsere Medikamente sind so gestaltet, dass sie in Südafrika möglichst breit zugänglich sind», schreibt der Konzern. Darüber hinaus könne man den Fall nicht weiter kommentieren. (abi)

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