Immobilienmarkt
CS-Studie: Städte verlieren wegen Pandemie ihre Anziehungskraft

Die Coronapandemie hat die Nachfrage nach Immobilien verändert. Heiss begehrt sind nun weniger zentrale Orte, grössere Wohnungen und vor allem Eigenheime.

Dario Pollice
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Die Coronapandemie beflügelt die Nachfrage nach Wohneigentum ausserhalb der Städte. (Archivbild)

Die Coronapandemie beflügelt die Nachfrage nach Wohneigentum ausserhalb der Städte. (Archivbild)

Keystone

Die Coronapandemie verändert verschiedene Bereiche der Wirtschaft nachhaltig. So etwa den Immobilienmarkt. Das Homeoffice hat die Grenzen zwischen Wohn- und Arbeitsort aufgeweicht und offenbar zu einer Neubeurteilung der eigenen Wohnsituation geführt, wie die am Dienstag präsentierte Studie zum Schweizer Immobilienmarkt 2022 von Credit Suisse (CS) zeigt.

Verschiedene Indikatoren weisen demnach auf eine Verlagerung der Nachfrage hin zu weniger zentralen Standorten und grösseren Wohnungen. «Namentlich die Städte verlieren aufgrund veränderter Gewohnheiten an Anziehungskraft», stellen die CS-Ökonomen fest. Davon profitieren dürften allen voran Agglomerationsgemeinden sowie ländliche Gemeinden im Einzugsgebiet der Agglomerationen.

Weiter legt die Studie dar, dass Wohneigentum nach wie vor hoch im Kurs steht: «Gesucht werden insbesondere mittlere und grosse Eigentumsobjekte». Beflügelt werde diese Entwicklung von tiefen Hypothekarzinsen und vom Homeoffice-Trend. Allerdings bestehe im Markt ein hoher Preisdruck, wodurch Wohneigentum zu einem «unerreichbaren Luxusgut für immer mehr Haushalte» wird.

Zweitwohnungen sind gesucht

Ein Comeback erlebt der Zweitwohnungsmarkt, nachdem die Preise zuvor jahrelang stagnierten oder gar zurückgingen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist der Studie zufolge die gestiegene Nachfrage nach Ferienwohnungen. «In den letzten beiden Jahren haben so viele Schweizer wie noch nie ihre Ferien im Inland verbracht und die Schönheiten der hiesigen Feriendestinationen (wieder-)entdeckt», stellt die Studie fest. Doch auch hier sei das Angebot deutlich gesunken.

Die Nachfrage nach Mietwohnungen zeigte sich dagegen unbeeindruckt von der Pandemie und bleibt nach wie vor hoch. Dies sei nicht zuletzt auf einen Sondereffekt der Pandemie zurückzuführen: «Viele Senioren ziehen es wohl derzeit vor, möglichst lange in der eigenen Wohnung zu bleiben und auf sozialmedizinische Betreuungsangebote zu Hause zurückzugreifen», heisst es in der Studie. Der Bau neuer Mietwohnungen bleibe dagegen in einer klaren Mehrheit der Regionen rückläufig.

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