Holzwirtschaft
In der Schweiz wird wieder mehr Holz geerntet

Die Holznutzung hat im vergangenen Jahr wieder zugelegt: Insgesamt wurden 4,8 Millionen Kubikmeter Holz geerntet. Wegen des Klimawandels und des Borkenkäfers wird auf Laubholz gesetzt.

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Die Schweizer Forstwirtschaft hat 2020 mehr Holz gefällt als 2019.

Die Schweizer Forstwirtschaft hat 2020 mehr Holz gefällt als 2019.

Keystone

Die Schweizer Holznutzung nahm im Jahr 2020 wieder Fahrt auf. Das teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mit. Gemäss der Schweizerischen Forststatistik wurde insgesamt 4 Prozent mehr Holz geerntet als 2019. Auch verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 sei es ein Plus von 1 Prozent. Allerdings lag die 2020er-Ernte deutlich unter jener des Jahres 2018: Damals wurden wegen des starken Borkenkäferbefalls, der Sommertrockenheit und der Winterstürme mit 5,2 Millionen Kubikmetern überdurchschnittlich viel Holz geerntet.

Die 4,8 Millionen Kubikmeter setzen sich aus 3,4 Millionen Kubikmeter Nadelholz (+8%) und 1,4 Millionen Kubikmeter Laubholz (-3%) zusammen. Der seit 2016 beobachtete Trend der steigenden Ernte von Nadelholz in der Schweiz setze sich damit fort. Das meistgeerntete Sortiment ist gemäss BFS nach wie vor das Stammholz mit 2,3 Millionen Kubikmeter. Allerdings wird immer mehr Holz als Hackschnitzel verwendet (1,2 Millionen m3, +5%). Energiestückholz wird hingegen immer weniger geerntet. Im vergangenen Jahr waren es noch 0,7 Millionen Kubikmeter.

Mehr Laubbäume gepflanzt

In der Forstwirtschaft wird nicht nur geerntet, sondern auch gepflanzt. Dazu gehört eine langjährige Planung. Gemäss BFS wurde im vergangenen Jahr vermehrt Laubholz gepflanzt (563'000 Bäume, +9%). Neue Nadelbäume gab es 439'000 – ein Rückgang von 8 Prozent. Grund dafür sind die Klimaveränderung und Borkenkäfer, die mehr für Laubbäume sprechen.

Die 660 Schweizer Forstbetriebe wiesen im vergangenen Jahr bei Einnahmen von 525 Millionen und Ausgaben von 569 Millionen eine finanzielle Unterdeckung von 44 Millionen Franken aus. Das seien 5 Prozent mehr als 2019 und 13 Prozent mehr im Vergleich zur Zeitperiode 2016 bis 2019. (abi)

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