Gleichstellung
Null Wirkung! In Schweizer Grossfirmen ist der Frauenanteil bei Top-Kadern kaum gestiegen

Die Schweiz hinkt im internationalen Vergleich hinterher, was die Vertretung von Frauen in Geschäftsleitungen betrifft. Damit die neuen Richtwerte erreicht werden, braucht es mehr Bewegung – viel mehr.

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Frauen bleiben in Chefetagen in der Minderheit. Besonders in der Schweiz, und da besonders bei grossen Firmen. (Symbolbild)

Frauen bleiben in Chefetagen in der Minderheit. Besonders in der Schweiz, und da besonders bei grossen Firmen. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Per 1. Januar 2020 traten die neuen Richtwerte für grosse börsenkotierte Unternehmen in Kraft. Konkret müssen künftig 20 Prozent Frauen in der Geschäftsleitung tätig sein. Für die Umsetzung erhalten die Unternehmen eine Frist von zehn Jahren. Diese Zeit reicht jedoch nicht aus, wenn die Zuwachsrate nicht steigt, wie die Personalberatung Russell Reynolds Associates in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Wie eine Erhebung des Unternehmens zeigt, ist der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der 20 grössten Schweizer Unternehmen im 2020 im Vergleich zum Vorjahr von 12 auf 13 Prozent gestiegen. Geht der Zuwachs weiter wie bisher, würde es 20 Jahre dauern, bis jedes der SMI-Unternehmen die 20-Prozent-Marke erreicht. Derweil haben die Skandinavischen Länder, sowie Frankreich und Grossbritannien, diesen Richtwert heute bereits übertroffen.

An qualifizierten Frauen fehlt es nicht

Um die 20-Prozent-Quote zu erreichen, fehlen dem SMI 21 Frauen. Dass es 20 Jahre dauert, um diesen Wert zu erreichen, müsse nicht sein, wird Markus Hofer, Landeschef von Russell Reynolds Schweiz, in der Mitteilung zitiert. «An qualifizierten Frauen mangelt es jedenfalls nicht.»

Eine dynamischere Entwicklung als die 20 grössten Unternehmen haben dann auch die 30 mittelgrossen Unternehmen des SMIM gemacht. Im letzten Jahr sind dort laut Russell Reynolds fast ein Viertel der frei gewordenen Stellen mit Frauen besetzt worden. Auch hier liegt der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen aktuell jedoch erst bei 12,6 Prozent.