Flugbetrieb
Es geht wieder aufwärts: Swiss dürfte 2022 in die schwarzen Zahlen fliegen

Trotz beträchtlicher Rückschläge kommt die Swiss langsam wieder zum Fliegen. Im ersten Quartal konnte die Fluggesellschaft ihr Ergebnis steigern. Ziel für das laufende Jahr bleibt es, einen Gewinn zu erzielen.

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Hebt die Fluggesellschaft dieses Jahr wieder richtig ab? Einen Strich durch die Rechnung machen könnte der Swiss der Krieg in der Ukraine.

Hebt die Fluggesellschaft dieses Jahr wieder richtig ab? Einen Strich durch die Rechnung machen könnte der Swiss der Krieg in der Ukraine.

Keystone

Auch 2022 macht der Luftfahrt die Pandemie zu schaffen. So warf Omikron sie zu Jahresbeginn in ihrer Erholung deutlich zurück. Das bekommt auch die Airline Swiss zu spüren. Trotzdem konnte das Unternehmen das operative Ergebnis in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich verbessern. So sank der Verlust um über 75 Prozent – von 201,0 auf noch 47,4 Millionen Franken, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Positiv zu Buche geschlagen hat demnach vor allem die starke Nachfrage nach Flugreisen. So beförderte die Swiss im ersten Quartal über 1,8 Millionen Passagiere und damit knapp 6,5 Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Seinen Teil zum besseren Ergebnis beigetragen haben indes auch die Sparanstrengungen der Lufthansa-Tochter. Negativ ins Gewicht fielen dagegen laut der Mitteilung seit Jahresbeginn der deutlich gestiegene Kerosinpreis.

Auch die Konzernspitze versprüht Optimismus: «Der aktuelle Trend stimmt uns hoffnungsvoll, dass der Wendepunkt der Pandemie erreicht ist», lässt sich Swiss-Chef Dieter Vranckx in der Mitteilung zitieren. Es sei zudem erkennbar, dass nun auch der Stellenabbau Wirkung zeige.

Swiss muss Flüge streichen – Gewerkschaft bereitet Klage vor

Die Pandemie hatte die Schweizer Fluggesellschaft in deutschen Händen hart getroffen: Auch im zweiten Coronajahr musste Swiss einen operativen Verlust von 428 Millionen Franken vermelden – trotz stärkerem zweiten Halbjahr und Sparmassnahmen. Infolge der Coronakrise reduzierte die Fluggesellschaft ihre Flotte um 15 Prozent und baute bis Ende letzten Jahres rund 1700 Vollzeitstellen ab. Ausserdem stellte die Swiss Anfang des laufenden Jahres 150 Flugbegleiter auf die Strasse, weil sich diese nicht gegen das Coronavirus impfen liessen.

Dieser Abbau könnte mit der neu aufgeflammten Reiselust der Menschen nun jedoch zum Boomerang werden. Ende April kündigte die Schweizer Airline an, dass sie im Sommer hunderte Flüge streichen muss. Begründet wurde der Schritt mit Personalengpässen bei der Flugsicherung, bei Boden- und Flughafendienstleistern und bei sich selbst. Zudem ist die Stimmung beim Kabinenpersonal der Swiss derzeit sehr schlecht.

Weiteres Ungemach droht der Fluggesellschaft von Seiten der Gewerkschaft des Bodenpersonals (SEV-GATA). Diese will die Swiss vor Gericht ziehen und bereitet eine Klage vor, wie sie am Donnerstag mitteilte. Hintergrund sei der Krisen-GAV. Eine weitere Klage, bei der es um die Massenentlassung im vergangenen Frühling geht, sei ebenfalls in Vorbereitung. (abi/rwa)

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