Europäische Union
Lobbywatch: Schweizer Firmen geben bis zu 66 Millionen für Lobbying in Brüssel aus

Laut einer Analyse der Organisation Lobbywatch geben Schweizer Unternehmen jährlich zwischen 44 und 66 Millionen in Lobbying bei EU-Gremien aus.

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Auch für Schweizer Firmen ein wichtiges Entscheidungszentrum: Hauptsitz der EU in Brüssel.

Auch für Schweizer Firmen ein wichtiges Entscheidungszentrum: Hauptsitz der EU in Brüssel.

Keystone

(wap) 275 Firmen und Organisationen mit Sitz in der Schweiz seien im EU-Transparenzregister registriert, heisst es in einer am Sonntag von der Organisation Lobbywatch veröffentlichten Mitteilung. Der Aufwand für das EU-Lobbying betrage gemäss den im Register angegebenen Bandbreiten 44 bis 66 Millionen Euro pro Jahr. Spitzenreiter seien dabei die Branchen Chemie, Pharma und Banking.

Allein die Chemiefirmen investierten gesamthaft zwischen sieben und acht Millionen Euro in das Lobbying. Bei der Pharma betrage der Aufwand um die sechs Millionen und den Banken vier bis fünf Millionen.

Aufgeschlüsselt nach Konzernen investieren laut Lobbywatch die Firmen Dow Europe, Novartis Europe und Syngenta Crop Protection am meisten, gefolgt von Credit Suisse, Roche und Philipp Morris international. Das EU-Register zeige auch, wer wie viele Treffen mit EU-Offiziellen verbuchen könne. Dabei zeigte sich, dass nicht nur Privatfirmen stark in Brüssel lobbyieren. Auf der Rangliste der Organisationen mit den häufigsten Lobbying-Kontakten seit 2014 rangiert etwa der Fussballdachverband UEFA mit 30 Treffen an fünfter, das World Economic Forum (WEF) mit 28 an sechster und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mit 24 an neunter Stelle.