Arbeitslosenzahlen
Erholung geglückt: Arbeitsmarkt schüttelt Coronapandemie ab

2021 ging die Zahl der Arbeitslosen und Stellensuchenden in der Schweiz kontinuierlich zurück. Ende Jahr war die Arbeitslosenzahl mit 121'728 Personen schliesslich einen Viertel tiefer als im Vorjahr.

André Bissegger und Samuel Thomi
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Der Arbeitsmarkt in der Schweiz hat sich 2021 «kräftig» erholt: Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Der Arbeitsmarkt in der Schweiz hat sich 2021 «kräftig» erholt: Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Keystone

Die Arbeitsmarktentwicklung war auch im vergangenen Jahr stark von der Coronapandemie geprägt. Allerdings konnte sich der Markt «kräftig» erholen, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Im Jahresdurchschnitt betrug die Arbeitslosenquote 3 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch leicht höher bei 3,1 Prozent. Durchschnittlich 228'930 Personen suchten 2021 eine Stelle – 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Und die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen lag im Mittel mit 2,5 Prozent sogar um 0,7 Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr.

Dieser insgesamt leichte Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte «täuscht» allerdings über die Erholung des Arbeitsmarkts im Monatsvergleich hinweg, wie Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, vor den Medien sagte. Bereits ab Januar sei die Zahl der registrierten Stellensuchenden und der Arbeitslosen zurückgegangen. Der Rückgang bei den Arbeitslosen hat sich gemäss Seco erst im November aus saisonalen Gründen wieder verlangsamt. Und die Zahl der Stellensuchenden erhöhte sich gegen Ende Jahr sogar wieder – laut Seco allerdings ebenfalls aus saisonalen Gründen.

Im Dezember etwas mehr Arbeitslose

Ende Dezember waren schliesslich 121'728 Personen als arbeitslos gemeldet. Das sind zwar 25,6 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Allerdings stieg die Arbeitslosenquote gegenüber dem November von 2,5 leicht an auf 2,6 Prozent. Die Zahl der Stellensuchenden nahm im vergangenen Monat gegenüber Dezember 2020 um 19,5 Prozent ab und lag bei 209'676 Personen – mit 3327 zusätzlichen Stellensuchenden ebenfalls leicht höher als im November.

Verglichen mit der Vor-Coronazeit liege die Stellensuchendenzahl aktuell noch um 16’721 Personen respektive 8,7 Prozent höher, die Arbeitslosenzahl um 4’451 Personen respektive 3,8 Prozent. Am meisten Arbeitslose gibt es im Dienstleistungssektor. Besonders betroffen sind etwa der Detailhandel und das Gastgewerbe. Aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen sind viele Personen ohne Arbeit.

Sozialhilfe dank Coronamassnahmen entlastet

Das Seco betonte, dass der grosse Einsatz der Kurzarbeitsentschädigung (KAE) die Beschäftigung stabilisiert habe. «Durch ausserordentliche Stützungsmassnahmen konnten Konkurswellen und Massenentlassungen erfolgreich verhindert werden», sagt Boris Zürcher. Erfreulich: Der Umfang der ausbezahlten KAE ging 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund die Hälfte zurück. Den Jahreshöchststand erreichte sie noch im Februar mit 523'687 Arbeitnehmenden. Der tiefste Stand resultierte im Oktober mit 48'264 Arbeitnehmenden in Kurzarbeit – so wenig wie noch nie seit dem Beginn der Krise. Noch könnten die Unternehmen Abrechnungen für den Oktober jedoch nachreichen, schränkt das Seco ein.

Weiter betont das Staatssekretariat für Wirtschaft die Bedeutung der getroffenen Coronamassnahmen: Die Arbeitslosen hätten mit der erhöhten Anzahl Taggelder und der verlängerten Bezugsdauer für Arbeitslosenentschädigung wirtschaftlich abgesichert werden können. Dadurch sei auch die Sozialhilfe entlastet worden.

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