Allianz Risk Barometer 2022
Schweizer Unternehmen fürchten vor allem die Gefahr aus dem Netz

Cybergefahren sind die grösste Sorge von Schweizer Unternehmen. Dahinter folgen Betriebsunterbrechungen und Marktveränderungen. Das zeigt der neuste Allianz Risk Barometer.

André Bissegger
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Schweizer Unternehmen fürchten sich vor allem vor Cyberangriffen. (Symbolbild)

Schweizer Unternehmen fürchten sich vor allem vor Cyberangriffen. (Symbolbild)

Keystone

Ransomware-Angriffe, Datenschutzverletzungen oder IT-Ausfälle: Die Schweizer Unternehmen fürchten sich vor allem vor einem Cyberangriff. Das geht aus der elften Ausgabe des Risk Barometers der Allianz hervor, wie der Versicherungskonzern am Montag mitteilte. Dass Cybervorfälle in diesem Jahr mit 61 Prozent der Antworten in der Umfrage den Spitzenrang belegen, liege vor allem an der Zunahme von Ransomware-Angriffen.

Dahinter folgen die Sorgen von Betriebsunterbrechungen (57 Prozent) – etwa wegen stockender Lieferketten. «Die Pandemie hat das Ausmass der Vernetzung in modernen Lieferketten aufgezeigt und verdeutlicht, wie an sich unzusammenhängende Ereignisse zusammenkommen und weitreichende Ausfälle verursachen», wird Christoph Müller, Schweizer Chef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate und Specialty (AGCS), zitiert.

Die Angst vor Marktveränderungen liegt mit 25 Prozent auf Platz 3 der Rangliste. Dazu zählen etwa stagnierende Märkte oder neue Wettbewerber. Corona bereitet den Unternehmen hingegen deutlich weniger Sorgen als noch 2021 und belegt neu mit 15 Prozent der Antworten Platz 6. Grösster Aufsteiger neben den Marktveränderungen sei der Klimawandel, der in der Rangliste auf Platz 5 liegt. Neu in den Top Ten befinden sich das Risiko von Fachkräftemangel sowie die Sorgen vor dem Ausfall kritischer Infrastruktur und vor einem Reputationsverlust.

Corona verliert auch international an Schrecken

Für den Allianz Risk Barometer wurden weltweit rund 2’700 Experten in 89 Ländern und Territorien befragt, darunter CEOs, Risikomanager, Makler und Versicherungsexperten. Weltweit gesehen werden Cybervorfälle ebenfalls als Toprisiko für Unternehmen genannt. Dahinter folgen Betriebsunterbrechungen und Naturkatastrophen. Einen grossen Sprung nach vorn hätten die Sorgen vor dem Klimawandel gemacht, die neu auf Rang 6 liegen. Corona verlor auch international an Schrecken und fiel auf Rang 4 zurück.

«Störungen des Betriebes werden wahrscheinlich auch 2022 das wichtigste Risikothema bleiben», fasst AGCS-CEO Joachim Müller die Umfrage in der Mitteilung zusammen. «Für die meisten Unternehmen ist die grösste Angst, ihre Produkte nicht herstellen oder ihre Dienstleistungen nicht erbringen können.» Im Jahr 2021 sei es zu Unterbrechungen in noch nie dagewesenem Ausmass gekommen. Diese wurden von verschiedenen Ursachen ausgelöst. Dazu zählt Müller Cyberangriffe, die Auswirkungen von klimawandelbedingten Wetterereignissen auf die Lieferkette sowie pandemiebedingte Produktionsprobleme und Transportengpässe.

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