Unwetter bei Neuenburg
75 Häuser betroffen: Nach heftigem Gewitter überflutet ein Bach ein ganzes Dorf

Ein heftiges Unwetter führte am Dienstagabend bei Neuenburg zu grossen Überschwemmungen. 75 Häuser in Cressier und Frochaux sind beschädigt. Nun hat das grosse Aufräumen begonnen.

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Starke Gewitter im Kanton Neuenburg sorgen für Chaos.

CH Media Video Unit

Am Dienstagabend gegen 19 Uhr zog ein heftiges Unwetter über die Region zwischen dem Neuenburgersee und dem Bielersee. Wie SRF Meteo auf Twitter schreibt, fiel in Cressier in kurzer Zeit über 30 mm Regen vom Himmel. In Videos in Sozialen Medien sind die Folgen davon zu sehen: Die Strassen des 2000-Seelen-Dorfes standen innert Kürze unter Wasser.

Von Sturzbächen aus Schlamm und Wasser als Folge des Gewitters berichtet am Tag danach auch die Neuenburger Polizei. Aus Cressier und dem Weiler Frochaux, der ebenfalls zur Gemeinde Cressier gehört, seien insgesamt über 500 Anrufe bei der Notrufzentrale eingegangen, hiess es am Mittwoch an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz. Rund 100 Rettungsaktionen seien in der Folge durchgeführt worden. Inzwischen sei auch ein Careteam im Einsatz und kümmere sich um Betroffene.

Insgesamt 120 Angehörige der Neuenburger Polizei und von weiteren kantonalen Einsatzkräfte hätten die ganze Nacht durchgearbeitet, um die Situation in der Region «Entre deux Lacs» zu stabilisieren. Auch ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee wurde demnach zur Überwachung der Situation aus der Luft eingesetzt. Unter anderem musste zeitweise ein Teil der Autobahn A5 zwischen Biel und Lausanne in beide Richtungen gesperrt werden. Seit dem frühen Morgen rollt der Verkehr nun aber wieder und auch die restliche Lage ist nun unter Kontrolle.

Wie die Polizei am Mittwoch in ihrer Mitteilung schreibt, war ein Auslöser der heftigen Flut ein Bach am Dorfrand von Cressier der über die Ufer trat. Dies habe die Situation noch verschärft. Nähere Abklärungen würden aber nun folgen.

Aufgrund der Wasserschäden und wegen Stromausfällen mussten laut Polizei jedoch verschiedene Familien umquartiert werden. Verletzte oder Vermisste gibt es laut den Behörden bislang keine. Die Polizei ruft die Bevölkerung aber auf, das Wasser vor dem Trinken abzukochen. (abi/sat)