Transplantationen
Die Wartelisten für Organspenden werden länger

Die Zuteilungsstelle Swisstransplant meldet für das erste Quartal 2021 länger werdende Wartelisten. Ohne Kehrtwende könnten die Transplantationen dieses Jahr um 20 Prozent einbrechen.

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Die Zuteilungsstelle Swisstransplant registriert seit längerem eine Verknappung der Organspenden.

Die Zuteilungsstelle Swisstransplant registriert seit längerem eine Verknappung der Organspenden.

Keystone

(wap) Seit 2018 werden die Wartelisten für Organspenden in der Schweiz kontinuierlich länger. Auch im ersten Quartal 2021 hat sich dieser Trend fortgesetzt, wie die Zuteilungsstelle Swisstransplant am Montag in einer Mitteilung meldete. Swisstransplant rechnet damit, dass die Transplantationsaktivitäten 2021 um 20 Prozent einbrechen könnten. Die Anzahl der Personen auf Wartelisten würde damit um zehn Prozent steigen, so die Mitteilung.

Damit zeichne sich auch ab, dass es mehr Menschen geben werde, für die die rettenden Organe zu spät kämen, heisst es in der Mitteilung. So sei die Sterberate auf der nationalen Warteliste 2020 um 50 Prozent angestiegen. Als Hauptgrund nennt Swisstransplant die hohe Ablehnungsrate: In mehr als 55 Prozent der Fälle geben die Angehörigen ihr Einverständnis für eine Organentnahme nicht. Swisstransplant nimmt in der Mitteilung denn auch gleich Stellung für die Einführung einer sogenannten Widerspruchslösung, über die der Nationalrat am Mittwoch entscheiden will. Mit dem neuen System würden Organe automatisch freigegeben, wenn kein Widerspruch des Verstorbenen vorliegt, wobei die Angehörigen jedoch mit einbezogen werden sollen.