Jubiläum
Seit 50 Jahren retten die Spürnasen von Redog Menschenleben

Die Vierbeiner von Redog helfen seit fünf Jahrzehnten vermisste und verschüttete Menschen zu finden. Der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde plädiert zur Feier seines Jubiläums für eine höhere Anerkennung der Freiwilligenarbeit.

Dario Pollice
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Hund und Mensch wird einiges abverlangt: Vier Jahre dauert die Ausbildung zum einsatzfähigen Rettungshundeteam.

Hund und Mensch wird einiges abverlangt: Vier Jahre dauert die Ausbildung zum einsatzfähigen Rettungshundeteam.

HO Redog

Vor 50 Jahren setzte sich eine Gruppe von Lawinensuchhundeführern in den Kopf, mit ihren Vierbeinern Menschen nicht nur unter Schneemassen, sondern auch unter Trümmern orten zu können. 1971 folgte schliesslich die Gründung des Schweizerischen Vereins für Katastrophenhunde-Ausbildung. Im selben Jahr bestanden die ersten 17 Hundeteams die Prüfung für die Katastrophensuche.

Seither arbeitet der Verein, der 1996 in Redog («Rescue dogs») umbenannt wurde, in der Schweiz und im Ausland bei Krisen und Katastrophen mit Bund und Kantonen zusammen. Die Spürhunde kamen etwa beim Erdbeben in Mexico City 1985 zum Einsatz, beim Murgang in Bondo 2000, oder beim Erdbeben und Tsunami 2011 in Japan.

«Jeder Einsatz ist speziell und auf seine Art prägend», sagt Elias Kalt, der 33 Jahre für Redog im Einsatz war.

Redog/YouTube

«Die höchste Priorität von Redog ist es, Leben zu retten und Leid zu mindern», lässt sich Zentralpräsident und Mitte-Nationalrat Philipp Matthias Bregy (VS) in einer Mitteilung vom Samstag zitieren.

Mehr Anerkennung für Freiwilligeneinsatz

Die Hundenase ist gemäss der Organisation das zuverlässigste Ortungsmittel, um menschliche Witterung unter Trümmern oder in unübersichtlichem Gelände und im Wald ausfindig zu machen. Entsprechend werden die vierbeinigen Retter und ihre zweibeinigen Begleiter gefordert: Die Ausbildung zum einsatzfähigen Rettungshundeteam dauert laut Redog insgesamt bis zu vier Jahre und verlangt Hund und Mensch viele Übungsstunden, Prüfungen und Weiterbildungen ab.

Doch die grösste Herausforderung bleibt gemäss dem Schweizerischen Verein für Such- und Rettungshunde die Freiwilligenarbeit. Dessen Mitglieder würden sich sowohl in der Ausbildung als auch im Einsatz hauptsächlich in ihrer Freizeit und ohne Entschädigung engagieren. Deshalb wünscht sich Zentralpräsident Bregy, dass die Freiwilligenarbeit beim Bund und in den Kantonen eine höhere Anerkennung findet. «Die Politik ist daher gefordert, diesbezüglich Lösungen zu prüfen», zitiert ihn die Mitteilung.

Die Freiwilligenorganisation Redog zählt laut eigenen Angaben rund 580 aktive Mitglieder, die schweizweit in zwölf Regionalgruppen trainieren. Diese leisten jährlich über 100’000 Freiwilligenstunden.