Coronavirus
Strafverfahren: Schwyzer Arztpraxis spritzt abgelaufene Covid-19-Impfdosen

Eine Artzpraxis in Ibach SZ hat über mehrere Monate abgelaufene Covidvakzine verimpft. Über 100 Personen sind davon betroffen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen die Ärztin eröffnet.

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Eine Ärztin aus dem Kanton Schwyz spritzte abgelaufene Covidvakzine. (Symbolbild)

Eine Ärztin aus dem Kanton Schwyz spritzte abgelaufene Covidvakzine. (Symbolbild)

Keystone

Eine Ärztin hat in Ibach über mehrere Monate Moderna-Impfdosen verabreicht, die das Verfallsdatum bereits überschritten hatten. Das gab das Amt für Gesundheit und Soziales des Kantons Schwyz am Donnerstag bekannt. Der Kanton schätzt, dass davon über 100 Personen betroffen sind. Entdeckt wurden die Unregelmässigkeiten, da bereits ein Aufsichtsverfahren gegen die Ärztin lief. Gegen sie wurde nun ein Strafverfahren eröffnet. Sie darf ihren Beruf vorläufig nicht mehr ausführen und ihre Praxis wurde geschlossen.

Das Amt hat sich sofort mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), Swissmedic und dem Impfstoffhersteller Moderna ausgetauscht. Die übereinstimmende Einschätzung: Für die betroffenen Personen bestehe keine Gesundheitsgefährdung, allerdings können auch keine verlässlichen Aussagen zur Wirksamkeit und damit zum Impfschutz gemacht werden.

Da die Impfungen nur unzureichend dokumentiert worden sind, konnten bislang nicht alle potenziell betroffenen Personen identifiziert und kontaktiert werden. Die Behörden raten daher allen Personen, die sich 2021 in der Praxis impfen liessen, ihr Verhalten an den möglicherweise fehlenden Impfschutz anzupassen. Zudem wird abgeklärt, wie der volle Impfschutz sichergestellt werden kann. Der Kanton hat für die Betroffenen eine Hotline eingerichtet. (abi)