Coronakrise
Fachstellen verzeichnen weniger Stalking, aber mehr häusliche Gewalt

Die Fachstelle Häusliche Gewalt und die Stalking-Beratung der Stadt Bern verzeichneten während des Shutdowns im letzten Frühling eine Zunahme der häuslichen Gewalt. Die Stalkingfälle nahmen ab.

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Manche Wiederholungstäter wurden während des Shutdowns rückfällig: Häusliche Gewalt. (Symbolbild)

Manche Wiederholungstäter wurden während des Shutdowns rückfällig: Häusliche Gewalt. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Die Fachstelle Häusliche Gewalt und die Stalking-Beratung der Stadt Bern hätten im Krisenjahr 2020 eine Verlagerung der Fälle festgestellt, wie die Stadt Bern am Mittwoch meldet. Besonders während des Shutdowns im Frühling habe sich eine Häufung der Meldungen wegen häuslicher Gewalt gezeigt, mit den Lockerungen im Frühling seien auch diese wieder zurückgegangen. Zum ersten Mal seit acht Jahren seien ausserdem vermehrt Wiederholungstäter wieder aktiv geworden: «Es folgten etwas mehr Meldungen von Personen, die sich in früheren Jahren aufgrund häuslicher Gewalt an die Fachstelle gewandt hatten und nun wieder Hilfe benötigten», heisst es in der Mitteilung.

Die Fachstelle habe weiter eine Zunahme von Fällen verzeichnet, in denen Jugendliche gegenüber ihren Eltern gewalttätig geworden seien. Als Grund vermutete die Fachstelle das Wegfallen der gewohnten Tagesstruktur während des Shutdowns. «Jugendliche, die ihrem Alter entsprechend Grenzen austesten möchten, befinden sich aktuell in einem Alltag voller Verbote, wo Aktivitäten verboten oder nicht möglich sind, die für ihre Entspannung essenziell sind – beispielsweise Fitness, Clubbing und Treffen mit Freunden», wird Ester Meier, Leiterin des Amtes für Erwachsenen- und Kindesschutz zitiert.

Deutlich abgenommen haben 2020 hingegen Fälle von Stalking. «Weil Ausgehlokale sowie Restaurants und Bars wochenlang geschlossen blieben, konnten sich deutlich weniger Personen kennenlernen oder treffen», heisst es in der Medienmitteilung.