Ruder-EM
Jeannine Gmelin holt dank starkem Finish Bronze

Die Zürcher Oberländerin Jeannine Gmelin gewinnt in Varese ihre vierte EM-Medaille im Skiff und nimmt nun Olympia ins Visier. Roman Röösli und Barnabé Delarze verpassen die Medaille um 12 Hundertstel.

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Jeannine Gmelin überquert die Ziellinie als Dritte und kann sich die Bronzemedaille sichern.

Jeannine Gmelin überquert die Ziellinie als Dritte und kann sich die Bronzemedaille sichern.

Freshfocus

(sim) Plötzlich zündet Jeannine Gmelin den Turbo. Die 30-Jährige liegt im A-Final im Skiff an der EM im italienischen Varese an vierter Stelle, zweieinhalb Sekunden hinter der Holländerin Sophie Souwer. Doch den dritten Streckenabschnitt bewältigt die Zürcher Oberländerin mit Abstand am schnellsten und zieht an Souwer vorbei.

Der Bronzeplatz gerät in der Folge nicht mehr in Gefahr. Beinahe hätte es der Weltmeisterin von 2017 aber gar noch zur silbernen Auszeichnung gereicht. Sie kommt Victoria Thornley immer näher, am Ende rettet die Britin 93 Hundertstel ins Ziel. Wer sich die goldene Auszeichnung sichern würde, wurde schnell klar. Hanna Prachatsen setzte sich von Beginn an an die Spitze, im Ziel hatte die Russin, die sich kürzlich einen Startplatz für die Olympischen Spiele in Tokio gesichert hatte, einen Vorsprung von sieben Sekunden.

Für Gmelin, deren grosses Saisonziel ebenfalls die Wettkämpfe in Tokio sind, ist es ihre vierte EM-Medaille nach Gold 2018 sowie Silber 2015 und 2019.

Röösli/Delarze verpassen Medaille knapp

Der Doppelzweier mit Roman Röösli/Barnabé Delarze hat einen Podestplatz knapp verpasst. Das Duo, das 2017 (3.), 2019 (2.) und 2020 (2.) jeweils mit Edelmetall hatte nach Hause reisen können, landete im Final trotz starkem Schlussspurt auf Rang 4, zweieinhalb Sekunden hinter dem französischen Siegerduo Matthieu Androdias/Hugo Boucheron. Silber holten sich die Holländer Melvin Twellaar/Stefan Broenink, Bronze die Briten Graeme Thomas/John Collins, die lediglich zwölf Hundertstel schneller waren als die beiden Schweizer.

Der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Andri Struzina und Jan Schäuble verpasste einen Exploit. Die beiden Zentralschweizer ruderten wie bereits an der letzten EM auf den 5. Rang. Gold sicherte sich das irische Boot von Paul O'Donovan und Fintan McCarthy.