Relegation
Das Rückspiel steht an: Der HSV setzt auf die nötige Überzeugung, Hertha auf Mentalitätsspieler

Der Hamburger SV und die Hertha Berlin stehen sich heute Abend (20.30 Uhr) zum Relegations-Rückspiel gegenüber. Die Hamburger haben das Hinspiel mit 1:0 gewonnen – doch die Hertha hat einen Plan.

Leandro De Mori
Drucken
Macht er heute den Unterschied? Kevin-Prince Boateng (r.) mit Teamkollege Davie Selke.

Macht er heute den Unterschied? Kevin-Prince Boateng (r.) mit Teamkollege Davie Selke.

Clemens Bilan / EPA

Es war eine verhaltene Partie, das Hinspiel der Bundesliga-Relegation zwischen der Hertha Berlin und dem HSV Hamburg. Vor allem in der ersten Halbzeit gab es wenig Torraumszenen und viel Defensiv-Fussball. Mit einem Tor, das eigentlich als Flanke angedacht war, schoss Ludovit Reis die Hansestädter zum Sieg. Damit steht der HSV nach vier Jahren Zweitklassigkeit kurz vor dem Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse.

Was den Berlinern im Hinspiel fehlte, war die richtige Mentalität. Sie spielten nicht aggressiv genug, schienen nicht bereit zu kämpfen. Dies soll sich im heutigen Rückspiel ändern, wie Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic am Sonntag verlauten liess: «Ich habe die Überzeugung, dass die Jungs auch mit einer gewissen Wut reingehen in dieses Spiel», sagte er. Wenn die Jungs ein bisschen wütend auf sich selbst seien, könne ihr Spiel an Leidenschaft gewinnen.

Ascacibar ist im Rückspiel nicht mehr gesperrt.

Ascacibar ist im Rückspiel nicht mehr gesperrt.

Andreas Gora / AP

Die nötige Portion Leidenschaft soll im Rückspiel vor allem ein Berliner auf den Platz bringen: Kevin-Prince Boateng. Im Gegensatz zum Hinspiel soll der 35-Jährige, von Coach Felix Magath als «Finalspieler» bezeichnet, dieses Mal eingesetzt werden. Ausserdem kehrt Santiago Ascacibar zurück, der im Hinspiel gesperrt war. Auch er gilt laut Magath als «Mentalitätsspieler».

Hamburg will zurück ins Oberhaus

Die bessere Ausgangslage hat der HSV, der im Hinspiel mit authentischem Fussball überzeugte. Sie spielten, vor allem in der zweiten Hälfte, einen befreiten Fussball, als hätten sie nichts zu verlieren. Nun gilt es heute im heimischen Volksparkstadion den Aufstieg zu realisieren. Um das zu schaffen, will Hamburg-Trainer Tim Walter mit Mut und Überzeugung in die Partie gehen. «Wir werden alles reinhauen, um alle Fans und die Stadt glücklich zu machen», sagte er am Sonntag.

Tim Walter will den HSV am Montagabend zurück ins Oberhaus führen.

Tim Walter will den HSV am Montagabend zurück ins Oberhaus führen.

Martin Meissner / AP

Die Fans sollten am Spieltag zahlreich vor Ort sein. Das Volksparkstadion, welches im Normalfall 57'000 Zuschauerinnen und Zuschauer fasst, ist ausverkauft. «Wir haben es geschafft, alle zu emotionalisieren und mitzunehmen und die Jungs und Mädels auf den Rängen geben uns das mit ihrer Unterstützung zurück», sagte Walter.

Dass der Aufstieg kein Zuckerschlecken wird, war dem HSV-Trainer am Sonntag aber auch bewusst: «Wir stehen erst in der Halbzeit und Montag geht’s weiter», sagte der 46-Jährige. «Wir wissen, was morgen Abend vor uns steht und was wir zu tun haben. Alle im Verein sprühen vor Energie und diese werden wir morgen auch auf den Platz bringen.».