Presseschau
Die Hoffnung und ein verschossener Elfmeter: Das sind die Pressestimmen zum Remis zwischen der Schweiz und Italien

Die Hoffnung auf eine direkte WM-Qualifikation bleibt in der Schweiz bestehen, die Italiener werden nervös. So wird das Unentschieden von Rom in den Medien kommentiert.

Leandro De Mori
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«Die Hoffnung lebt – dank Jorginho» titelt der Tagesanzeiger. Es lief die 90. Minute. Jorginho könnte das Spiel zugunsten der Italiener entscheiden. Es ist seine Chance, den verschossenen Elfmeter gegen die Schweiz von Anfang September in Basel wiedergutzumachen. Er tritt an – und verschiesst drüber. Die Schweizer Hoffnung auf die direkte Qualifikation für die WM 2022 bleibt bestehen.

Auch bei der Neuen Zürcher Zeitung dreht sich alles um die entscheidende Schlussphase. «Jorginho hilft dem Underdog» heisst es im Titel. Wie auch im «Tagi» erinnert man sich bei der NZZ an den verschossenen Elfmeter von Jorginho gegen die Schweiz in Basel: «Dank Kampf und Glück und Jorginho, dem italienischen Mittelfeldspieler, der kurz vor Abpfiff einen Elfmeter übers Tor geschossen hatte. Just Jorginho, der schon im September in Basel vom Penaltypunkt bei der Chance gescheitert war, aus einem Remis einen Sieg zu machen.»

Der Blick hingegen fokussiert sich im Titel nicht auf Jorginho als Hoffnungsbringer, sondern Silvan Widmer, den Torschützen zum zwischenzeitlichen 1:0: «Nati träumt dank Widmer weiter vom direkten WM-Ticket».

Widmer bringt die Schweiz zwischenzeitlich in Führung.

Widmer bringt die Schweiz zwischenzeitlich in Führung.

Ettore Ferrari / EPA

Doch der Patzer des italienischen Mittelfeldstars von Chelsea bleibt auch hier nicht unkommentiert: «Am Ende bleibts beim leistungsgerechten 1:1. (...) Weil Jorginho kurz vor Schluss ein VAR-Geschenk nicht annimmt und – wie schon beim 0:0 in Basel – einen Penalty verballert.», heisst es gegen Ende des Berichtes.

Eine ähnliche Meinung liest man auch bei den Titeln der CH Media: «Die Chance auf die direkte WM-Qualifikation ist weiter intakt: Die Schweiz holt gegen Italien ein 1:1». Das Unentschieden sei verdient. Ausserdem erinnert man sich an die vielen Ausfälle, über die im Hinblick auf die Partie ausgiebig diskutiert wurde: «Der Nati gelingt ein guter Auftritt. Und das, obwohl mit Xhaka, Embolo, Elvedi, Seferovic, Zuber und Fassnacht gleich sechs Spieler ausfallen.»

Die Angst vor dem erneuten Scheitern

Bei den Italienern ist eine gewisse Enttäuschung zu spüren. Gerne hätten sie sich direkt für die WM 2022 in Katar qualifiziert. Nun heisst es aber «Die Azzurri spielen in Belfast um die Qualifikation» in der italienischen Zeitung La Repubblica. «Die Rückkehr an die Weltmeisterschaft nach 8 Jahren im Fegefeuer muss der Europameister noch erobern.» Der Schmerz von der verpassten WM 2018 sitzt noch tief.

Es war ein derber Rückschlag: Die Italiener verpassten die WM 2018.

Es war ein derber Rückschlag: Die Italiener verpassten die WM 2018.

Luca Bruno / AP

Die Gazzetta dello Sport konzentriert sich ebenfalls auf den verschossenen Elfmeter und die Entscheidung im letzten Gruppenspiel: «Jorginho, Elfmeter in die Sterne: Nur ein Unentschieden gegen die Schweiz. Entscheidung in der letzten Runde».

Bei den Italienischen Medien ist eine gewisse Nervosität zu spüren. Sie haben Angst, die WM-Qualifikation wie 2018 schon zu verpassen. Auch der Corriere della Sera titelt mit dem verschossenen Elfmeter: «Jorginho verschiesst Penalty in der 90.: Die Azzurri kommen nicht über ein Unentschieden hinaus». Das Spiel wird im Text schnell abgehandelt, schon bald liegt der Fokus auf der kommenden Entscheidung gegen Nordirland.

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