Formel 1
Alpine verkündet Alonso-Nachfolger – ohne ihn zu informieren

Am Dienstagnachmittag gibt der Formel-1-Rennstall die Nachfolge des scheidenden Altstars Fernando Alonso bekannt. Doch der als neuer Stammfahrer vorgesehene Oscar Piastri dementiert die Mitteilung postwendend – und schliesst ein weiteres Engagement bei Alpine aus.

Dan Urner
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Oscar Piastri (links) sollte eigentlich Fernando Alonso (Mitte) beerben. Daraus wird wohl nichts.

Oscar Piastri (links) sollte eigentlich Fernando Alonso (Mitte) beerben. Daraus wird wohl nichts.

Imago/Hoch Zwei / www.imago-images.de

Erstaunlich zeitig hat Alpine die Vakanz, die der am Montag verkündete Abgang von Fernando Alonso hinterlassen hatte, besetzt. Am Dienstagnachmittag gab der Rennstall bekannt, dass sein aktueller Test- und Ersatzfahrer Oscar Piastri den scheidenden Routinier beerben soll. Den 41-Jährigen zieht es zu Aston Martin: Dort klafft ab dem nächsten Jahr eine Lücke, weil Sebastian Vettel seine Karriere nach der laufenden Saison beendet.

Doch nur wenige Stunden später war die Pressemitteilung Makulatur: Denn seinen designierten Alonso-Nachfolger hatte das französischen Autohersteller Renault zugehörige Rennteam offenbar nicht in die Pläne eingeweiht. Dies legt in jedem Fall ein am Dienstagabend auf Twitter verbreitetes Statement des 21-Jährigen nahe. «Alpine F1 hat ohne meine Zustimmung am späten Nachmittag eine Pressemitteilung veröffentlicht, wonach ich nächstes Jahr für sie fahre», schrieb Piastri. Das sei falsch, er habe keinen Vertrag für 2023 unterschrieben.

Das kommunikative Desaster des Rennstalls war schon längst perfekt gewesen, noch bevor der in der Szene als überaus versierter Fahrer bekannte Piastri verbal nachlegte – und einen Verbleib bei Alpine prompt prophylaktisch ausschloss: «Ich werde nächstes Jahr nicht für Alpine fahren.» Dass dem offenkundig eilfertig verbreiteten Communiqué des Teams kein Zitat des vermeintlichen Alpine-Piloten in spe zu entnehmen ist, vermag rückblickend denn auch keineswegs zu verwundern.

Alpine verliert wohl ein grosses Talent

Der Rennstall muss sich nach der fast grotesk anmutenden Kommunikationspanne ergo wohl wirklich auf die Suche nach einem neuen Teampartner des Franzosen Esteban Ocon begeben. Und er verliert ein herausragendes Talent: 2020 hatte der Piastri den WM-Titel in der Formel 3 gewonnen, ehe er nur eine Saison später eine Ebene höher – in der Formel 2 – triumphierte. Ein solches Kunststück ist bis anhin erst vier weiteren Fahrern gelungen. Dass der Australier nun einen Platz als Stammpilot in der höchsten Rennklasse erhält, dürfte nicht mehr als Formsache sein.