Coronavirus
Liechtensteiner Studie: Fruchtbarkeits-Armband erkennt Corona vor Symptomen

Ein Armband, das sonst die Fruchtbarkeit von Frauen misst, soll künftig helfen, eine Coronainfektion vor den ersten Symptomen zu erkennen. Eine Liechtensteiner Studie liefert vielversprechende Resultate.

Gina Kern
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Das Fruchtbarkeitsarmband soll es möglich machen, eine Coronavirusinfektion früh zu erkennen.

Das Fruchtbarkeitsarmband soll es möglich machen, eine Coronavirusinfektion früh zu erkennen.

Bild: Ava

Einmal aufs Armband schauen und wissen, ob Covid im Anmarsch ist. Das klingt zwar etwas salopp, soll aber bald schon Wirklichkeit sein, zumindest wenn es nach einer neuen Liechtensteiner Studie geht. Finanziert wurde diese vom Fürstenhaus und der Liechtensteiner Regierung. Initiiert und durchgeführt haben sie die Unternehmern und Wissenschaftern Lorenz und Martin Risch.

Das Armband soll helfen, eine Infektion vorzeitig zu erkennen, wie dessen Hersteller Ava sowie das Liechtensteiner Ministerium für Gesellschaft am Montag mitteilten. Das Band ist mit speziellen Sensoren versehen, die normalerweise für die Beobachtung des weiblichen Zyklus einsetzt werden. Mit einem geänderten Algorithmus sollen sie auch eine Coronainfektion erkennen können. Das Resultat der am Montag präsentierten Studie ist vielversprechend: In 71 Prozent aller Fälle zeigte das Armband bereits zwei Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome eine Infektion an.

Nächster Schritt: Grossversuch mit 20'000 Personen

Die Autoren Lorenz und Martin Risch haben die sogenannte Covi-Gapp-Studie im April 2020 lanciert, mehr als 1'100 Personen haben teilgenommen. Lorenz Risch zeigt sich begeistert von dem Resultat: «Dies ist ein echter Durchbruch in der Früherkennung einer Covid-19-Infektion und damit der Bekämpfung der Pandemie», wird er in der Mitteilung zitiert. Träger des Virus sollen so vorzeitig identifiziert und isoliert werden können.

Nach dem Erfolg will nun auch die EU einsteigen. Sie beteilige sich an der Finanzierung eines Grossversuchs mit über 20'000 Personen in Holland, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Das Armband, das in der Liechtensteiner Studie zum Einsatz kam, wird von der Schweizer Firma Ava hergestellt. Lea Binder, Mitbegründerin von Ava, findet die Früherkennung einer Ansteckung auch nach der Impfung wichtig. «Um die Ausbreitung des Virus so weit wie möglich einzudämmen, ist es entscheidend, Covid-19-Infektionen in asymptomatischen und präsymptomatischen Populationen zu erkennen.»

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