Weltklimarat
Neuer Bericht: Klimawandel wird schwieriger zu bewältigen

Der Weltklimarat warnt in seinem jüngsten Bericht, die Auswirkungen des Klimawandels seien immer komplexer. Zudem nehme die Anpassungsfähigkeit von Mensch und Natur gegenüber dem Klimawandel ab.

Dario Pollice
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Waldbrände wie 2020 in Kalifornien sind nur eine Folge des Klimawandels. Diesen zu bewältigen, wird laut dem IPCC immer schwieriger.

Waldbrände wie 2020 in Kalifornien sind nur eine Folge des Klimawandels. Diesen zu bewältigen, wird laut dem IPCC immer schwieriger.

Keystone

Am Montag hat der Weltklimarat (IPCC) der Vereinten Nationen seinen zweiten Teil des Sachstandsberichts zum Klimawandel präsentiert. In einem ersten Teilbericht warnte er im vergangenen August vor Niederschlägen und Hitzewellen, die häufiger und heftiger werden. Diesmal geht er auf die Folgen des Klimawandels ein und welche Anpassungen für Mensch und Natur nötig sind.

Die 270 Forschenden – davon auch sechs aus der Schweiz – zeigen im Bericht auf, dass der Klimawandel bereits heute weltweit die Menschen und die Natur beeinträchtigt. «So werden bestimmte Krankheiten häufiger und die Ernährungssicherheit sinkt», fasst die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) die Erkenntnisse aus dem Bericht zusammen. Zudem leide die Hälfte der Weltbevölkerung infolge des Klimawandels immer wieder unter starkem Wassermangel.

Das Problem ist nach Ansicht des Weltklimarates, dass die Auswirkungen und Risiken des Klimawandels immer komplexer werden und folglich auch schwieriger zu bewältigen sind. «Mehrere Klimagefahren werden gleichzeitig auftreten, und mehrere klimatische und nicht klimatische Risiken werden zusammenwirken», heisst es in einer Zusammenfassung.

Initiativen der Menschen sind zu kurzfristig gedacht

Die Natur hat es immer verstanden, sich äusseren Einflüssen anzupassen, doch der Klimawandel stellt sie vor neue Herausforderungen. «Viele Arten stossen an die Grenzen ihrer Fähigkeit, sich dem Klimawandel anzupassen», schreiben die Wissenschaftler.

Auch der Mensch passt sich dem Klimawandel an und unternimmt verschiedene Initiativen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren. Doch meistens seien diese «zu wenig umfangreich, auf aktuelle Auswirkungen oder kurzfristige Risiken ausgerichtet und eher auf die Planung als auf die Umsetzung», heisst es im Bericht.

Die 270 Forscherinnen und Forscher schlagen deshalb vor, die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels, die sogenannte Klimaresilienz, zu stärken. Neben der Eindämmung der Klimaerwärmung sei es etwa zentral, die Biodiversität und Ökosysteme zu erhalten. Denn gesunde Ökosysteme und eine reiche biologische Vielfalt seien «die Grundlage für das Überleben der Menschheit».

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