Universität Genf
Test auf dem Säntis: Laser soll wichtige Infrastrukturen vor Blitzen schützen

Gewitter beschädigen immer wieder wichtige Infrastrukturen. Nun wollen Forschende der Uni Genf auf dem Säntis testen, ob Flughäfen, AKWs oder Antennen mit Laser geschützt werden können.

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Der Sendeturm auf dem Säntis gilt als eines der Objekte, die am häufigsten von Blitzen getroffen werden.

Der Sendeturm auf dem Säntis gilt als eines der Objekte, die am häufigsten von Blitzen getroffen werden.

HO

(sat) Schlägt ein Blitz in einen Flughafen, ein Atomkraftwerk oder eine andere kritische Infrastruktur ein, kann der immense Stromschlag zu grossen Schäden führen. Bislang hilft dagegen nur eine bald 300 Jahre alte Erfindung: Der Blitzableiter. Nun wollen Forschende aus ganz Europa prüfen, wie Bauten mittels Hochleistungslaser besser vor Beschädigungen geschützt werden können. Wie die Universität Genf am Montag mitteilte, soll ein erster Versuch im Juni auf dem Säntis starten. Kommende Woche sollen die Aufbauarbeiten für den Versuch starten.

Während der Hauptgewittersaison bis im September soll dann getestet werden, wie gut der Laser mit ionisierten Kanälen in der Atmosphäre Blitze von sensiblen Bereichen ablenken kann. Die Kanäle waren bei Tests in geschlossenen Räumen bislang etwa 100 Meter lang. Nun soll das acht Meter lange Laser-Pointing-System unter realen Bedingungen getestet werden. Der Laserstrahl soll dabei auf die Spitze des Turms gerichtet werden, um Blitze zu leiten und einen Laser-Blitzableiter zu schaffen. Dieser würde dann weit über den herkömmlichen Blitzableiter an der Turmspitze hinaus in den Himmel reicht.

Funktioniert der Laser, sprechen Forschende von Revolution

Am Versuch beteiligen sich auch das Labor für elektromagnetische Verträglichkeit der ETH Lausanne (EPFL) und der Westschweizer Hochschulen sowie die École Polytechnique in Paris und TRUMPF Scientific Lasers aus München. Zudem stellt die Swisscom für den Test ihre 124 Meter hohe Sendeanlage auf dem 2505 Meter hohen Gipfel des Säntis zur Verfügung. Dieser Turm ist laut der Uni Genf eines der am stärksten von Blitzen betroffenen Bauwerke in Europa.

Ist das entwickelte Lasersystem erfolgreich, wird es «einen grossen Durchbruch in der Blitzforschung» darstellen, schreibt die Universität Genf. Das auf dem Säntis gewonnene Wissen würde dann nach Jahrhunderten die Blitzschutzsysteme revolutionieren.