Landwirtschaft
Für weniger Klima-Fürze: Fenaco lanciert klimaschonendes Futter für Kühe

Fenaco will den Methanausstoss von Milchkühen reduzieren. Die Agrargenossenschaft hat deshalb ein klimaschonendes Futtermittel lanciert, dank dem die Kühe bis ein Fünftel weniger Methan «furzen» sollen.

André Bissegger
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Die Schweizer Milchkühe sollen dank eines neuen Futtermittels weniger Methan ausstossen.

Die Schweizer Milchkühe sollen dank eines neuen Futtermittels weniger Methan ausstossen.

Keystone

Die Landwirtschaft ist in der Schweiz für rund 13 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. So stossen die rund 550'000 Kühe in der Schweiz beim Verdauen insgesamt rund 75'000 Tonnen Methan aus, was 1,9 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht. Das teilte Fenaco am Donnerstag mit. Dabei sei der Effekt von Methan rund 25 Mal so gross wie jener von CO2.

Diese Problematik will die Genossenschaft, zu der die Landi-Läden gehören, angehen: Die Fenaco-Tochter UFA hat im Mai ein klimaschonendes Futtermittel lanciert. Dieses enthält einen natürlichen Futtermittelzusatzstoff, der die Verdauung der Milchkühe verbessern soll. Dadurch reduzieren sich gemäss Fenaco die Methanemissionen um 10 bis 20 Prozent. Das Reduktionspotenzial für die Schweizer Milchkühe, die das neue Futter gemäss Feldversuchen mögen: mehrere 100'000 Tonnen CO2-Äquivalente.

Mehr Milch bei weniger Futter

«Mit dieser Innovation wird die Milchproduktion umweltfreundlicher und klimaschonender. Das entspricht einem klaren Bedürfnis der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten», wird Paul Steiner von der UFA in der Mitteilung zitiert. Ausserdem würden die Kühe mehr Milch produzieren und gleichzeitig weniger Futter benötigen. Für Fenaco ist klar: Damit leisten die Schweizer Landwirte einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Zusatzkosten gibt es für die Landwirte keine. Als Gegenleistung treten sie die Emissionsreduktionsrechte ab, die durch das Verfüttern des klimaschonenden Futtermittels erzielt werden. Läuft alles nach Plan, können die Emissionsreduktionen später zu handelbaren CO2-Zertifikaten umgewandelt werden. Mit dem Erlös aus deren Handel sollen die Kosten für das Zusatzprodukt gedeckt werden.

Aktuell läuft die Validierung des Programms. Ist diese erfolgreich und wird das Futter im Markt akzeptiert, will die UFA ab 2022 weitere Futtermittel mit dem klimaschonenden Zusatzstoff anreichern.

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