Long Covid
Vier von zehn Menschen leiden auch sieben Monate später noch an Corona

Müdigkeit, Geschmacksverlust und Kopfschmerzen: Vier von zehn an Corona Erkrankte zeigen auch sieben Monate nach der Infektion noch Symptome. Das zeigt eine neue Studie aus Genf.

André Bissegger
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Wer an Long Covid leidet, klagt oftmals auch sieben bis neun Monate nach der Infektion noch über Symptome.

Wer an Long Covid leidet, klagt oftmals auch sieben bis neun Monate nach der Infektion noch über Symptome.

Keystone

Mit Long Covid ist nicht zu spassen, die Symptome halten sich hartnäckig und beeinträchtigen die Lebensqualität. Das geht aus einer neuen Studie der Universitätskliniken Genf (HUG) und der Universität Genf hervor. Diese haben Personen über eine längere Zeit beobachtet, die positiv auf Corona getestet worden sind. Das Resultat: 39 Prozent von ihnen weisen auch sieben bis neun Monate nach der Ansteckung noch Rest-Symptome auf. Das teilten die Institute am Dienstag gemeinsam mit.

Weiter zeigt die Studie, die in der Fachzeitschrift« Annals of Internal Medicine» veröffentlicht wurde, dass Frauen und Personen, die in den Tagen nach der Infektion mehrere Symptome hatten, häufiger von Long Covid betroffen sind – unabhängig von ihrem Alter. «Alle Altersgruppen sind betroffen, auch junge und gesunde Menschen», wird HUG-Klinikleiterin Mayssam Nehme in der Mitteilung zitiert.

Symptome verschwinden und kehren zurück

Zu den häufigsten Symptomen gehören bei Long Covid Müdigkeit, Geschmacks- oder Geruchsverlust, Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen. Je nach Alter der betroffenen variieren die Symptome: So würden beispielsweise 40- bis 60-Jährige mehr über Muskelschmerzen klagen. Überraschend sei, dass die Symptome mit der Zeit kommen und gehen. So hätten laut Nehme einige Personen berichtet, dass ihre Symptome zwischen 30 und 45 Tagen verschwunden seien und später wieder zurückkamen. Die Ursache für diese Schwankung ist unklar.

Die Intensität nimmt abgesehen von den Kopfschmerzen mit der Zeit ab. Dennoch ist die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt – auch wenn die Symptome nur noch leicht bis mittelschwer sind. «Menschen, die vor ihrer Infektion in bester Verfassung waren, sind es danach eindeutig nicht mehr», sagt Idris Guessous vom HUG. Dieses Gefühl, nicht in Bestform zu sein, gepaart mit der Entmutigung über das Ausbleiben deutlicher Fortschritte, sei besonders schwer zu ertragen.

Untersucht wurden 629 Probanden, die im Frühling 2020 ans HUG gelangten. Patienten mit schweren Komplikationen, die im Spital behandelt werden mussten, sind nicht Teil der Studie.

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