Forschung
Schweizerischer Nationalfonds beschliesst Geschlechterquoten in Evaluationsgremien

Um Frauenanliegen in der Forschung mehr Gewicht zu verleihen, führt der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in seinen Evaluationsgremien Geschlechterquoten ein.

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Matthias Egger, Forschungsdirektor des Nationalfonds, führt in den Vergabegremien des SNF Geschlechterquoten ein.

Matthias Egger, Forschungsdirektor des Nationalfonds, führt in den Vergabegremien des SNF Geschlechterquoten ein.

Keystone

(sat) Konkret sieht die neue Regelung vor, dass im Forschungspräsidium und im Forschungsrat künftig je mindestens 40 Prozent Frauen und Männer vertreten sein. In weiteren Evaluationsgremien sollen neu jeweils an das Feld angepasste Quoten gelten. Dabei müssen mindestens 20 Prozent mehr Frauen vertreten sein als Professorinnen im Feld sind.

Auch 50 Jahre nach der Einführung des Frauenstimmrechts seien Frauen in wissenschaftlichen Leitungspositionen noch immer stark untervertreten, schreibt der SNF am Freitag in einer Mitteilung. Dieses Ungleichgewicht habe auch Folgen für die Gesellschaft. Und dem wolle der SNF mit den neuen Quoten etwas entgegensetzen.

«Nicht in all unseren Gremien sind Frauen derzeit genügend vertreten», wird SNF-Präsident Matthias Egger in der Mitteilung zitiert. Künftig dürfe es aber nicht mehr passieren, dass nur eine kleine Minderheit von Frauen an der Diskussion und Entscheidungsfindung über die Förderung von Forschungsprojekten beteiligt sei. «Deshalb geben wir jetzt uns selber strengere Regeln», sagt Egger. Laut Mitteilung fiel der Entscheid zur Einführung der Quoten im Forschungsratspräsidium bereits im Dezember.