Covid-Genesung
Immunantwort während der Infektion entscheidet über langfristigen Schutz

Nicht bei allen Betroffenen bilden sich nach einer Covid-Infektion Gedächtniszellen, die einen langfristigen Schutz garantieren. Entscheidend dafür ist die Art der ersten Immunantwort.

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Für die Studie wurden Blutproben von 175 Infizierten aus dem Kanton Zürich verwendet.

Für die Studie wurden Blutproben von 175 Infizierten aus dem Kanton Zürich verwendet.

Keystone

Schwere Krankheitsverläufe werden wesentlich durch sogenannte Gedächtnis-T-Zellen verhindert, die auch nach dem Verschwinden der während einer akuten Infektion gebildeten Antikörper aktiv sind. Die Crux dabei: Nicht alle Infizierten bilden diese Zellen aus. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Universität Zürich (UZH), die im Dezember im Fachmagazin Nature publiziert wurde. «Die Immunantwort unterscheidet sich von Patient zu Patient», heisst es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung dazu. «Während manche Infektionen zu einem robusten und langanhaltenden Immungedächtnis führen, ist dies bei anderen nicht der Fall.»

Entscheidend für die Ausbildung einer solchen zellulären Immunität ist gemäss der Zürcher Studie die Art und Weise, wie das Immunsystem auf die akute Infektion reagiert. Dabei werden verschiedene Botenstoffe ausgeschüttet, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Je nachdem wo sich dieses Gleichgewicht einstellt, bilden sich langlebige Gedächtniszellen – oder eben nicht. Untersucht wurden in der Studie Blutproben von 175 Zürcherinnen und Zürchern, die sich 2020 mit Sars-Cov-2 infiziert hatten.

In der Mitteilung äussert sich Onur Boyman, Direktor der Klinik für Immunologie der UZH und Co-Autor der Studie, auch zum Effekt der Impfungen. Mit ihren unterschiedlichen Inhalts- und Botenstoffen beeinflussten auch sie die Immunantwort, sagt er. «Auch wenn jeder Mensch etwas anders auf das Virus oder einen Impfstoff reagiert, trägt die zelluläre Immunität bei geimpften und genesenen Personen wesentlich dazu bei, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern». (wap)

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