Kunsthaus Zürich
Der scheidende Walter Kielholz setzt seinen Willen durch: Anne Keller Dubach ist Präsidentin der Kunstgesellschaft

Erstmals wird die traditionsreiche und einflussreiche Zürcher Kunstgesellschaft, der Trägerverein des Kunsthaus Zürich von einer Frau präsidiert. Doch die Neue steht für das Gehabte. Anne Keller Dubach ist die Wunschkandidatin aus dem Einflussbereich von Walter Kielholz.

Daniele Muscionico
Merken
Drucken
Teilen
Die Zürcher Kunstexpertin und CS-Kunstverständige Anne Keller Dubach (64) ist die Nachfolgerin von Walter B. Kielholz am Kunsthaus Zürich.

Die Zürcher Kunstexpertin und CS-Kunstverständige Anne Keller Dubach (64) ist die Nachfolgerin von Walter B. Kielholz am Kunsthaus Zürich.

PD

Die erhoffte Palastrevolution blieb aus: An ihrer 126. Generalversammlung hat die Zürcher Kunstgesellschaft die Kandidatin Anne Keller Dubach zur Nachfolgerin von Walter B. Kielholz gewählt. Der Sprengkandidat, Florian Schmidt-Gabain erzielte indessen ein Achtungserfolg. Kielholz, der den Trägerverein des Kunsthaus Zürich seit 19 Jahren präsidiert, tritt per Ende Juni 2021 zurück. Mit Dubach übernimmt seine Wunschkandidatin.

Von den stimmberechtigten 20'522 Mitgliedern der Zürcher Kunstgesellschaft gaben indessen lediglich 31 Prozent ihre Stimme ab. Anne Keller Dubach erhielt 4’308 Stimmen (67,7%), ihr Mitbewerber, Florian Schmidt-Gabain 1’648 Stimmen (25,9%).

Zudem wurde bekannt, dass das Kunsthaus von der Pandemie finanziell stark betroffen wurde. Der Vorstand rechne auch im laufenden Jahr wiederholt mit einem Verlust.

Zur anstehenden Neubesetzung der Direktion Becker wurde laut, dass seine Nachfolge noch vor dem Sommer bekanntgeben werde. Diese Besetzung wird Keller Dubachs erste wichtige Amtshandlung sein. Als Leitende der Findungskommission kann sie ihren Einfluss geltend machen. Christoph Becker, der per April 2023 das Kunsthaus verlässt, wird sich nach der Übergabe des Chipperfield-Baus 2022 schrittweise von seinem Amt zurückziehen.