Eurovision Song Contest
Nach starkem Auftritt: Die Schweiz steht mit Gjon's Tears im Finale

Mit einer überzeugenden Performance hats der Schweizer Beitrag geschafft: Die Finalqualifikation in Rotterdam ist Tatsache. Damit kann man am Samstag erneut Daumen drücken.

Michael Graber
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Gjon's Tears überzeugte mit einer starken Leistungen und steht verdient im Finale des Eurovision Song Contest.

Gjon's Tears überzeugte mit einer starken Leistungen und steht verdient im Finale des Eurovision Song Contest.

EPA

Eine Runde weiter: Gjon's Tears wird auch am Samstag am Eurovision Song Contest für die Schweiz antreten. Der Fribourger mit kosovarischen Wurzeln zeigte im Halbfinale eine starke Leistung und schaffte mit «Tout l’Univers» den Sprung ins Finale. Wie gut er bei Publikum und Jury angekommen ist, veröffentlichen die Sendungsmacher aber nicht: Es könnte das Voting im Finale beeinflussen, wenn die Wertungen aus dem Halbfinale bekannt sind. Auch die Nennung der Finalisten erfolgt nach einer zufälligen Reihenfolge.

Nach dem Halbfinal kann man als (halbwegs) objektiver Beobachter aber sagen, dass die Chancen der Schweiz eigentlich gut stehen müssten. Sowohl Song wie auch Performance fallen auf und nicht ab. Zwar fehlt bei Gion's Tears vielleicht der ganz grosse Knallermoment in seiner Darbietung, aber er schafft es seinen Song spannungsgeladen und mit der gebotenen Dramatik rüberzubringen. Zudem blieb er in den schwierigen Passagen sehr sauber und traf auch die hohen Töne perfekt. Vom Publikum in Rotterdam, 3500 waren in der Halle, wurde er jedenfalls mit grossem Applaus bedacht.

Die Reaktion von TIX aus Norwegen auf die Qualifikation für das Finale.
28 Bilder
Hooverphonic aus Belgien freuen sich ebenfalls über ihre Qualifikation für das Finale.
Auch die Musiker aus der Ukraine konnten sich für das Finale qualifizieren.
Edsilia Rombley, Chantal Janzen, Jan Smit und Nikkie de Jager präsentierten dieses Jahr das erste Halbfinale des ESC.
Der Beitrag von Australien: Montaigne. Der Auftritt wurde vorher aufgezeichnet und live gezeigt.
Der farbenfrohe Auftritt von Destiny (C) aus Malta.
Das Lied «Shum» aus der Ukraine.
Efendi (C) aus Aserbaidschan mit dem Lied «Mata Hari».
Hooverphonic aus Belgien mit dem Lied «The Wrong Place».
Eden Alene aus Israel.
Elena Tsagrinou aus Zypern.
Manizha aus Russland.
Das ISH Dance Collective performt am Eurovision Song Contest...
...gemeinsam mit BMX-Fahrer
Der Auftritt von Blind Channel aus Finland
Anxhela Peristeri aus Albanien performt ihren Song «Karma».
Stefania aus Griechenland.
Senhit aus San Marino freut sich über ihre Final-Qualifikation.
Hier posiert sie mit US-Rapper Flo Rida.
Auch Gjon's Tears aus der Schweiz konnten sich fürs Finale qualifizieren.
Hurricane aus Serbien.
Stefania aus Griechenland performt ihren Song «Last Dance».
Gjon's Tears aus der Schweiz während des Auftritts.
Samanta Tina aus Lettland.
Der syrische Tänzer Ahmad Joudeh performt am Eurovision Song Contest.
Der syrische Tänzer Ahmad Joudeh performt am Eurovision Song Contest.
Der syrische Tänzer Ahmad Joudeh performt am Eurovision Song Contest.
Fyr Og Flamme aus Dänemark bei ihrer Halbfinal-Performance.

Die Reaktion von TIX aus Norwegen auf die Qualifikation für das Finale.

Robin Van Lonkhuijsen / EPA

Kopieren, bis sich die Noten biegen

Alles andere als ein Weiterkommen wäre aber auch eine Überraschung gewesen: Buchmacher und Eurovisions-Experten trauen dem 22-Jährigen einen Spitzenplatz zu. Musikalisch und stimmlich ist der Schweizer Beitrag deutlich über dem Eurovisions-Durchschnitt. Er verbiegt sich nicht nach vermeintlichen Trends, sondern verfügt über eine eigene Handschrift. Etwas was man bei vielen anderen Beiträgen des Abends schmerzlich vermisste: Da wurde kopiert, bis sich die Noten biegen. Aber egal ob Möchtegern-Beyoncé oder Hobby-Britney: Das Original ist halt meist besser.

Der Schweizer Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest.

Youtube

Im Rahmenprogramm des Finales hätte auch Duncan Laurence auftreten sollen. Der Sieger des Eurovision Song Contest 2019 ist allerdings an Corona erkrankt, wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten. Er habe nur milde Symptome, werde aber wegen der verordneten Isolation seine Performance nicht durchführen können, er werde aber anderswie in der Show aufscheinen. Um den Wettbewerb durchführen zu können, werden alle Teilnehmer regelmässig auf Corona getestet. Seit dem 6. April seien bisher über 24'000 Tests durchgeführt worden, positiv waren nur 16.

Island überzeugt mit Beitrag ab Band

Einer von diesen 16 war auch ein Teilnehmer der Truppe aus Island. Darum gab es deren Beitrag nur via Einspieler. Der Beitrag war auch so jedenfalls einer der Besten. In einer ansonsten doch sehr durchzogenen Show mit tendenziell etwas zu kurzen Röcken, zu vielen halbgaren Anleihen an den 80ern und meist etwas farblosem Pop. Immerhin: Für den Schweizer Beitrag ist dies eigentlich ein gutes Zeichen. Das steigert die Chancen auf einen Spitzenplatz im Finale deutlich. Im Meer der Durchschnittlichkeit war Gjon's Tears ein herausragender Eisberg.

Beim Halbfinale in Rotterdam waren 3500 Zuschauer zugelassen.

Beim Halbfinale in Rotterdam waren 3500 Zuschauer zugelassen.

EPA

Ohne den Umweg übers Halbfinale sind die Beiträge aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich und den Niederlanden für die Finalshow qualifiziert. Im ersten Halbfinale schafften es Norwegen, Israel, Russland, Aserbaidschan, Malta, Litauen, Zypern, Schweden, Belgien und die Ukraine. Das Finale findet am Samstag ab 21.00 Uhr statt und wird auf SRF2 live übertragen. Insgesamt kämpfen dort 26 Länder um den Titel. Das Siegerland ist gleichzeitig der Austragungsort des nächsten Eurovision Song Contest.