Währungsfonds
IWF lobt Schweizer Pandemie-Weg, warnt aber vor zu rascher Einstellung der Hilfen

Die Schweiz hat die Pandemie bisher gut gemeistert, schliesst das Länderexamen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Trotz eines erwarteten Aufschwungs gibt es aber auch Risiken und Herausforderungen.

Merken
Drucken
Teilen
Das Länderexamen stellt dem Pandemie-Management des Bundesrates ein gutes Zeugnis aus, sieht aber auch Herausforderungen.

Das Länderexamen stellt dem Pandemie-Management des Bundesrates ein gutes Zeugnis aus, sieht aber auch Herausforderungen.

Keystone

(agl) Eine frühe, starke und nachhaltige Reaktion der Politik habe in der Schweiz dafür gesorgt, dass die wirtschaftliche Aktivität in der Coronakrise weniger rückläufig war als in anderen Ländern, schreiben die IWF-Analysten in einem Statement zum Länderexamen der Schweiz, das am Mittwoch publiziert wurde. Nachdem die Schweizer Wirtschaft im letzten Jahr um 2,9 Prozent schrumpfte, rechnet der Währungsfonds für 2021 mit einem Wachstum von 3,5 Prozent.

Doch die Unsicherheit bleibt weiterhin hoch, was die Entwicklung der Pandemie betrifft. Und obwohl Arbeitslosigkeit und Insolvenzen bisher nicht stark angestiegen sind, könne sich dies ändern, wenn die staatliche Unterstützung zurückgezogen wird, so der IWF weiter. Wenn die Erholung noch nicht gesichert ist, sollte die Unterstützung verlängert und erst bei einem sicheren Aufschwung zurückgefahren werden. Weiter sei es für die Schweiz wichtig, in den Gesprächen mit der EU Fortschritte zu erzielen und den Zugang zum EU-Markt unter guten Bedingungen zu sichern.

Herausforderungen Klimawandel und AHV

Generell würde eine expansive Geldpolitik dazu beitragen, die Inland-Nachfrage zu stärken, heisst es in dem Statement. Längerfristig sollte die Schweiz ihre Bemühungen zur Förderung von grünem und digitalem Wachstum wenn möglich verstärken. Die Schweiz könne prüfen, ob Investitionen erhöht oder beschleunigt werden sollten, insbesondere im Energiesektor, bei der Gebäudesanierung, im Transportwesen und im Bereich Forschung und Entwicklung. Dies, «um sicherzustellen, dass die Schweiz ihre ehrgeizigen CO2-Ziele erreicht und ihre Wettbewerbsfähigkeit bewahrt».

Der IWF geht neben dem Klimawandel auch auf die Altersvorsorge ein, die ebenfalls eine Herausforderung für die Schweiz darstelle. Es brauche «weitergehende Reformen», heisst es in dem Statement, damit es nicht zu Finanzierungslücken kommt. So wäre eine grössere Erhöhung des Rentenalters und eine Koppelung an die Lebenserwartung nötig.