Versicherungen
Coronapandemie hält Versicherungsobmann auf Trab

Ob Epidemien- oder Reiseversicherung, der Versicherungsobmann hatte im vergangenen Jahr viel Arbeit. 3408 Anliegen und Beschwerden mussten behandelt werden.

Merken
Drucken
Teilen
Wenn die Badeferien wegen Corona ins Wasser fielen, war oft nicht klar, ob die Reiseversicherung nun zahlt oder nicht. (Symbolbild)

Wenn die Badeferien wegen Corona ins Wasser fielen, war oft nicht klar, ob die Reiseversicherung nun zahlt oder nicht. (Symbolbild)

Keystone

(mg) Es war eines der grossen Themen im ersten Lockdown: Greift die Epidemieversicherung, die viele Betriebe abgeschlossen hatten, auch bei einer Pandemie? Viele Versicherungen fanden: «Nein». Viele Versicherte fanden dagegen: «Ja». Dementsprechend viele Anliegen und Beschwerden zu diesem Thema landeten auf dem Tisch von Martin Lorenzon, Versicherungsombudsman der Privatversicherung und der Suva. «Hauptschwerpunkt der Tätigkeit der Ombudsstelle lag eindeutig bei den Epidemieversicherungen», schreibt er in einer Mitteilung vom Donnerstag.

3408 Anliegen und Beschwerden flatterten beim Versicherungsombudsman rein. Das entspricht einer Zunahme von 1,7 Prozent. Allerdings: «Diese Zahlen widerspiegeln nur teilweise, für wie viele Versicherte sich der Ombudsman und sein Team im Coronajahr 2020 erfolgreich eingesetzt haben», heisst es in der Mitteilung durchaus selbstbewusst. So habe sich die Ombudsstelle aus pragmatischen Gründen entschieden «mittels Sammel-Interventionen gütliche Lösungen zu finden». Dadurch hätten «auch tausende weitere Versicherte, vorwiegend aus der Gastrobranche, von der Arbeit der Ombudsstelle» profitieren können, «ohne dass sie sich an den Ombudsman wenden mussten.»

Verdoppelung der Fälle bei der Reiseversicherung

2939 der eingereichten Fälle hätten ohne Intervention erledigt werden können. Bei 411 der schriftlich unterbreiteten Beschwerdefälle kam es dagegen zu einer Intervention beim involvierten Versicherer. Die Erfolgsquote betrug 77,1 Prozent, was einem Rekordwert entspreche, freut sich der Ombudsmann.

Dabei dürfte es auch ein paar Mal um Reiseversicherungen gegangen sein. Neben der Epidemieversicherung das zweite grosse Betätigungsfeld des Versicherungsombudsman. Die dynamische Entwicklung der Pandemie hätten «zu mehreren hundert Beschwerden gegen Versicherer mit ständig wechselnden neuen Deckungsfragen» geführt. Die Fälle hätten sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.