Umwelt
Schaffhauser lehnen Volksinitiative gegen Lichtverschmutzung ab

Die Stimmbürger des Kantons Schaffhausen wollen den Einsatz von Kunstlicht nicht einschränken. Sie haben am Sonntag eine Volksinitiative der Grünen gegen Lichtverschmutzung abgelehnt.

Samuel Thomi
Drucken
Teilen
Die Schaffhauserinnen und Schaffhauser lehnen den Schutz vor Lichtverschmutzung knapp ab. (Symbolbild)

Die Schaffhauserinnen und Schaffhauser lehnen den Schutz vor Lichtverschmutzung knapp ab. (Symbolbild)

Keystone

Die Schaffhauserinnen und Schaffhauser wollen den Einsatz von künstlichem Licht nicht einschränken. Mit 52,7 Prozent haben sie am Sonntag die Lichtverschmutzungs-Initiative knapp abgelehnt. Nur gerade vier von 26 Gemeinden hatten dem Vorhaben der Grünen mehrheitlich zugestimmt, darunter die Stadt Schaffhausen. Die Kantonsregierung und das Kantonsparlament hatten die Volksinitiative zur Ablehnung empfohlen. Die Stimmbeteiligung lag am Sonntag bei 73 Prozent.

Die Initianten hatten im Abstimmungskampf vergeblich argumentiert, Lichtverschmutzung führe zu einem massiven Insektensterben. Dies weil Tiere durch künstliche Lichtquellen angelockt und gestresst würden. Zudem führe zu viel Kunstlicht bei Vögeln zu Orientierungslosigkeit und bei Fischen, Amphibien oder wirbellosen Tieren zu Verhaltensänderungen. Und sogar Pflanzen und Menschen litten unter Lichtverschmutzung.

Was ist «schädlich» und «lästig»?

National ist im Umweltschutzgesetz festgelegt, dass Lichtemissionen so weit begrenzt werden müssen, als sie für Mensch und Umwelt weder schädlich noch lästig werden. Mit ihrer Initiative wollten die Grünen in erster Linie präzisieren, was unter «schädlich» und «lästig» zu verstehen ist. So verlangte die Initiative eine Kunstlichtverordnung für Beleuchtungen im Aussenraum sowie für in den Aussenraum abstrahlende Innenraumbeleuchtungen. Ebenso sollten Lichtanlagen im Aussenbereich bewilligungspflichtig und eine Licht-Beratungsstelle geschaffen werden.

Die Lichtverschmutzungs-Initiative ist vor einem Jahr eingereicht worden. Im Januar hat sich das Schaffhauser Kantonsparlament dagegen ausgesprochen. Auch die Kantonsregierung empfahl die Initiative zur Ablehnung, obwohl sie deren Zielen grundsätzlich positiv gegenüberstehe. Doch verstosse die Initiative mit dem Bedarfsnachweis für lichtemittierende Anlagen gegen Bundesrecht. Und dass für diese Anlagen eine Bewilligungspflicht eingeführt werden sollte, sei unverhältnismässig und führe zu unnötiger Bürokratie. Dasselbe gelte für die von der Initiative geforderten Beratungsstelle gegen Lichtemissionen.

Aktuelle Nachrichten