Umfrage
Pharmalobby meldet Rückenwind für Forderung nach schnellem Marktzugang

Der Branchenverband Interpharma will, dass neu zugelassene Medikamente schneller auf den Markt kommen. Dafür gebe es in der Bevölkerung grosse Zustimmung.

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Medikamente sollen nach der Zulassung schneller in den Verkauf gelangen, so die Forderung der Pharmabranche. (Symbolbild)

Medikamente sollen nach der Zulassung schneller in den Verkauf gelangen, so die Forderung der Pharmabranche. (Symbolbild)

Keystone

Durchgeführt hat die Umfrage das Meinungsforschungsunternehmen gfs.bern, das für Interpharma jährlich einen «Gesundheitsmonitor» erstellt. Die am Mittwoch präsentierten Resultate sind dabei ganz im Sinne der Pharmalobby ausgefallen: «90 Prozent der Befragten wünschen den Zugang zu Arzneimitteln ab dem Tag ihrer Zulassung», heisst es dazu in einer Mitteilung.

Dies deckt sich mit einer aktuellen Forderung der Pharmabranche: Sie will neue Medikamente unmittelbar nach der Zulassung durch die Arzneimittelbehörde Swissmedic mit einem vorläufigen Preis in die Spezialitätenliste aufnehmen. Das Bundesamt für Gesundheit hätte danach ein Jahr Zeit, um einen definitiven Preis festzulegen. Eine allfällige Differenz würde dann vom Hersteller zurückerstattet.

Der Bundesrat hat diesem Vorschlag eine Abfuhr erteilt. «Wir sind enttäuscht vom Bundesrat», sagte Interpharma-CEO René Buholzer am Mittwoch an einem Mediengespräch. Der Monitor zeige, dass die Position der Regierung nicht dem entspreche, was sich die Bevölkerung wünsche.

Pandemie hat Bewusstsein für Qualität gestärkt

Auch bei der Frage nach dem Patentschutz von Medikamenten sieht die Umfrage die Bevölkerung hinter der Pharmaindustrie. 84 Prozent seien überzeugt, dass der Patentschutz wichtig für die Entwicklung von Medikamenten sei, heisst es in einer Mitteilung von Interpharma: «Die Bevölkerung ist fast einstimmig der Meinung, dass die Schweiz einen starken und effizienten pharmazeutischen Forschungsstandort benötigt.»

Insgesamt zeigen sich die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz laut der Umfrage zufrieden mit dem bestehenden Gesundheitssystem. Die Pandemie habe das Bewusstsein für die Qualität der Gesundheitsversorgung gestärkt, sagte Urs Bieri von gfs.bern im Mediengespräch. Mit dem Abklingen der Pandemie sei aber auch das Kostenbewusstsein wieder gestiegen. (wap)