Ukraine-Krieg
Schweiz verurteilt russischen Angriff auf Hafen von Odessa

Weniger als einen Tag nach der Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide hat Russland die ukrainische Hafenstadt Odessa angegriffen. Die Schweiz verurteilt diesen Angriff.

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Die Schweiz verurteilte den russischen Angriff auf den Hafen von Odessa. Von dort aus will die Ukraine Getreide in die Welt verschiffen. (Archivbild)

Die Schweiz verurteilte den russischen Angriff auf den Hafen von Odessa. Von dort aus will die Ukraine Getreide in die Welt verschiffen. (Archivbild)

Keystone

Einen Tag nach der Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer hat Russland nach Angaben aus Kiew den wichtigen Hafen der Stadt Odessa mit Raketen beschossen. Die Schweiz hat am Samstagabend auf den Angriff reagiert und ihn verurteilt.

Der russische Raketenangriff sei eine «eklatante Missachtung» der weltweit drohenden Lebensmittelunsicherheit, teilte das Schweizerische Aussendepartement (EDA) auf Twitter mit. Die Schweiz fordere Russland nachdrücklich auf, dieses wichtige Abkommen «jetzt» umzusetzen.

Die Schweiz folgte damit den Vereinten Nationen und der Europäischen Union, die den Beschuss umgehend verurteilten. Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell schrieb etwa auf Twitter, der Beschuss des Hafens zeige «erneut Russlands völlige Missachtung des Völkerrechts und der Verpflichtungen». Auch die US-Regierung hat Russland für den Beschuss der ukrainischen Hafenstadt Odessa verantwortlich gemacht und den Angriff auf das Schärfste verurteilt.

Russland weist Verantwortung von sich

Russland hat nach Angaben des türkischen Verteidigungsministers Hulusi Akar wiederum erklärt, es habe nichts mit diesem Angriff zu tun und wolle den Vorfall untersuchen. Eine offizielle russische Reaktion lag bis Samstagabend nicht vor. Für die Ukraine war es der 150. Tag des russischen Angriffskriegs.

Russland hatte am Freitag in einem Abkommen zugesichert, Schiffe für den Export über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschiessen. Auch die drei beteiligten Häfen dürfen demnach nicht angegriffen werden. Es geht dabei unter anderem um die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide. Die unter der Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei unterzeichnete Einigung sieht vor, die Exporte von einem Kontrollzentrum in Istanbul überwachen zu lassen. (abi/dpa)