Ukraine-Konferenz
Dämpfer für Cassis: Selenski reist wohl eher nicht nach Lugano

Anfang Juli herrscht in Lugano Ausnahmezustand: An der Ukraine-Konferenz werden hochkarätige Gäste erwartet. Doch nun dämpft der Bund die Erwartungen: Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski wird wohl nicht vor Ort sein.

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Ob der ukrainische Präsident Selenski Anfang Juli ins Tessin reist, ist weiter unklar. Doch nun dämpft der Bund die Erwartungen.

Ob der ukrainische Präsident Selenski Anfang Juli ins Tessin reist, ist weiter unklar. Doch nun dämpft der Bund die Erwartungen.

Keystone

Lugano und Bundespräsident Ignazio Cassis bereiten sich für den grossen Coup vor. Die Gästeliste für die Ukraine-Konferenz von Anfang Juli ist eindrücklich. Neben 42 Staaten sind Vertreter von grossen Organisationen wie der Weltbank, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Ort. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihren Besuch angekündigt.

Ob der wichtigste Gast, der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski, ebenfalls ins Tessin reist, ist weiter unklar. Doch nun dämpft das Aussendepartement die Erwartungen. «Die Wahrscheinlichkeit, dass Präsident Selenski nach Lugano kommt, ist im Moment eher klein», wird ein EDA-Sprecher im «SonntagsBlick» zitiert. Das EDA bestätigte am Sonntag auf Anfrage von CH Media die Aussage. Der Grund: «Die Lage ändert sich von Tag zu Tag», schreibt das EDA. Man bereite sich aber auf alle Eventualitäten vor.

Auch virtuelle Teilnahme ist möglich

Neben Selenski wird auch der ukrainische Premierminister Denys Shmyhal erwartet. Allerdings sagte Bundespräsident Ignazio Cassis bereits bei der Ankündigung Ende Mai, dass wohl aus Sicherheitsgründen erst wenige Stunden vor Beginn der Konferenz bekannt gegeben werde, in welcher Form die Ukrainer teilnehmen werden – also ob virtuell oder persönlich.

An der Ukraine-Konferenz vom 4. und 5. Juli in Lugano ist Grosses geplant. Sie soll keine Geldgeberkonferenz sein, sondern der Start für etwas Neues: die Roadmap für die Nachkriegs-Ukraine - eine Art Marshallplan II. Am Ende der Konferenz sollen die Prinzipien des Wiederaufbaus in einer «Lugano Declaration» publiziert werden. (abi/att)