Renten
Berufliche Vorsorge: Männer bezogen 2019 fast doppelt so viel Neurente wie Frauen

Die Geschlechterunterschiede bei der beruflichen Vorsorge bleiben weiterhin gross, wie die Neurentenstatistik des Bundesamts für Statistik zeigt. Über 40 Prozent bezogen Leistungen vor dem gesetzlichen Rentenalter.

Drucken
Teilen
Weil Frauen ihre Karriere häufiger unterbrechen, erhalten sie eine kleinere Rente aus der beruflichen Vorsorge. (Symbolbild)

Weil Frauen ihre Karriere häufiger unterbrechen, erhalten sie eine kleinere Rente aus der beruflichen Vorsorge. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Eine neue Altersrente aus der beruflichen Vorsorge (BV) belief sich 2019 bei den Frauen im Median auf 1160 Franken pro Monat. Das bedeutet, dass jeweils die Hälfte der Frauen mehr und die Hälfte weniger erhält. Bei den Männern ist der Betrag mit 2144 Franken fast doppelt so hoch. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) lässt sich die grosse Abweichung hauptsächlich durch unterschiedliche berufliche Laufbahnen erklären.

Frauen würden ihre Berufstätigkeit aus familiären Gründen häufiger unterbrechen und vermehrt Teilzeit arbeiten. Auch der Lohnunterschied führe zu Differenzen bei den BV-Leistungen. «Haus- und Familienarbeit, die häufiger von den Frauen übernommen wird, ist unbezahlt und kann die Leistungen aus der Altersvorsorge nicht verbessern», schreibt das BFS weiter.

40 Prozent der Leistungen wurden vorzeitig ausbezahlt

Bei den Männern war die Medianrente mit 2702 Franken bei denjenigen am höchsten, die ihre erste Rente vor dem gesetzlichen Rentenalter von 65 Jahren bezogen haben. Neubezüger über 65 bezogen im Median 2143 Franken. Am tiefsten waren die monatlichen Medianrenten mit 1785 Franken bei den Männern, die sich wie vorgesehen mit 65 pensionieren liessen.

Bei den Frauen zeigte sich ein gemischtes Bild. Die höchste Rente von 1410 Franken erhielten diejenigen Frauen, die sie nach dem gesetzlichen Rentenalter von 64 Jahren bezogen. Wie bei den Männern erhielten auch die Frauen, die ihre erste Rente mit Erreichen des gesetzlichen Rentenalters bezogen haben, die niedrigsten Renten (990 Franken).

Mehr als 40 Prozent der Leistungen wurden 2019 vorzeitig ausbezahlt, wie das BFS weiter schreibt. Die Altersrenten wurden von 40 Prozent der Frauen und 46 Prozent der Männer vorbezogen. Ebenfalls über 40 Prozent der Frauen und Männer liessen sich vor dem Erreichen des Rentenalters eine Kapitalleistung ausbezahlen. Der Medianbetrag der Kapitalbezüge lag bei knapp 142'900 Franken für die Männer und bei 59'000 Franken für die Frauen.

Aktuelle Nachrichten