Kontrollierte Abgabe
Cannabis-Pilotversuche können ab Mai anlaufen

Cannabis darf in Pilotversuchen kontrolliert abgegeben werden. Dafür hatte das Parlament letzten September grünes Licht gegeben. Nun hat der Bund die Details geregelt. Ab Mai geht es los.

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Ein Jugendlicher dreht sich einen Joint. An den Pilotversuchen dürfen nur 18-Jährige teilnehmen. (Symbolbild)

Ein Jugendlicher dreht sich einen Joint. An den Pilotversuchen dürfen nur 18-Jährige teilnehmen. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Die Idee stammt vom Bundesrat. Er will Pilotversuche zur kontrollierten Abgabe von Cannabis erlauben – unter strengen Auflagen. So muss der Kreis der Studienteilnehmer auf über 18-jährige Cannabiskonsumenten beschränkt sein. Während den Studien sollen sie eng begleitet und ihr gesundheitlicher Zustand stetig überwacht werden.

Nachdem das Parlament sich für einen Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz ausgesprochen hatte, hat nun der Bundesrat am Mittwoch die Details in einer Verordnung geregelt. Ab dem 15. Mai können beim Bund Gesuche für die Durchführung von Pilotversuchen eingereicht werden, wie es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Gesundheit heisst.

Nur Bio-Hanf

Die Rahmenbedingungen für die Pilotversuche sind strikt. Sie müssen hohe Anforderungen an den Jugend- und Gesundheitsschutz erfüllen, und es gilt ein vollständiges Werbeverbot. Wer teilnimmt, kann nur eine beschränkte Menge Cannabis pro Monat erwerben. Untersagt sind der Weiterverkauf und der Konsum an öffentlich zugänglichen Orten. Der angebotene Cannabis muss zudem hohe Qualitätsanforderungen erfüllen und aus biologischem Anbau stammen. Da die Lieferketten vom Saatgut bis zum Produktvertrieb überwacht und streng kontrolliert werden, wird der Schwarzmarkt umgangen.

Auf dem politischen Parkett wird seit Jahrzehnten über Cannabis gestritten. In letzter Zeit mehrten sich die Stimmen, die sich für eine Regulierung aussprechen. Die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen etwa forderte, dass Cannabiskonsum nicht mehr bestraft und der Markt reguliert wird. Mit dem Experimentierartikel schlägt der Bundesrat einen Mittelweg vor.