Kinderbetreuung
«Ich bin sehr enttäuscht»: Zürcher Mamas und Papas erhalten nicht mehr Elternzeit

Die Elternzeit-Initiative der SP erleidet im Kanton Zürich Schiffbruch. Das Stimmvolk lehnt sie mit 64,8 Prozent ab. Der Regierungsrat hatte im Vorfeld vor hohen Folgekosten gewarnt.

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Väter erhalten nicht mehr Zeit für Kinderbetreuung: Das Zürcher Stimmvolk hat die Elternzeit-Initiative abgelehnt.

Väter erhalten nicht mehr Zeit für Kinderbetreuung: Das Zürcher Stimmvolk hat die Elternzeit-Initiative abgelehnt.

Keystone

18 Wochen bezahlte Elternzeit bleiben für junge Eltern im Kanton Zürich ein Traum. Mit 64,8 Prozent Nein fällt die Ablehnung des Stimmvolks deutlich aus. Die Initiative der SP hatte für Väter und Mütter, die im Kanton Zürich wohnen, jeweils 18 Wochen bezahlte Elternzeit gefordert. Für solche, die im Kanton Zürich arbeiten, aber in einem anderen Kanton wohnen, wären es je 14 Wochen gewesen. Bezahlt worden wäre dies zu gleichen Teilen die Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden.

Die Initianten reagierten enttäuscht, so schrieb SP-Nationalrätin Min Li Marti:

Die Gegner der Initiative hatten mit den hohen Kosten argumentiert. Der Regierungsrat hatte die unmittelbaren Kosten auf jährlich 423 Millionen Franken geschätzt. Ein überparteiliches Nein-Komitee sprach gar von zwei Milliarden Franken, wenn die finanziellen Folgen von Ausfällen und der dadurch entstehenden Überzeit einberechnet würden.

Die Befürworter um SP, Grüne und die vereinigten Personalverbände des Kantons Zürich hatten sich von der Initiative erhofft, dass der Kanton bei der Vereinbarung von Beruf und Familie eine Vorreiterrolle einnehmen könnte. Die Anwesenheit beider Elternteile sei wichtig für das Kind, argumentierten sie. Die Kosten würden kompensiert durch die Erhöhung des Anteils erwerbstätiger Frauen. (wap)

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