Infektionskrankheit
Roche entwickelt für Forschende PCR-Tests zur Erkennung der Affenpocken

Die Affenpockenviren breiten sich in Europa aus. Nun hat der Pharmakonzern Roche Testkits entwickelt, welche das Virus erkennen. Diese stehen Forschenden zur Verfügung.

Dario Pollice
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Hat Testkits zur Erkennung der Affenpocken entwickelt: Der Pharmakonzern Roche. (Symbolbild)

Hat Testkits zur Erkennung der Affenpocken entwickelt: Der Pharmakonzern Roche. (Symbolbild)

Keystone

Die Affenpocken breiten sich in Europa und auch der Schweiz aus. Hierzulande sind bislang zwei Fälle bekannt. Der Basler Pharmakonzern teilt indes am Mittwoch mit, dass er zusammen mit der Tochtergesellschaft TIB Molbiol drei verschiedene Testkits entwickelt hat, welche das Affenpockenvirus erkennen.

«Roche hat in kürzester Zeit eine neue Testreihe entwickelt, die das Affenpockenvirus nachweist und dabei hilft, seine epidemiologische Ausbreitung zu verfolgen», zitiert die Mitteilung Thomas Schinecker, CEO von Roche Diagnostics. Diagnoseinstrumente seien bei neuen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit von entscheidender Bedeutung, da sie Reaktionsmassnahmen erleichtern. Die Testkits stehen gemäss Mitteilung in den meisten Ländern «für Forschungszwecke zur Verfügung».

Affenpocken sind eine Infektionskrankheit, die nach einer Ansteckung mit Orthopoxviren erfolgt. Diese wurden erstmals im Jahr 1958 bei Laboraffen entdeckt, was der Infektionskrankheit den Namen gab. Die Affenpocken stammen vermutlich aus Nagetieren in Zentral- und Westafrika, wo sie immer wieder auf Menschen überspringen. Fälle ausserhalb Afrikas sind sehr selten und gingen bisher auf Reisende zurück, die aus Afrika zurückgekehrt sind oder auf infizierte Wildtiere, die importiert wurden.

Erholung in mehreren Wochen

Seit Anfang Mai gab es eine ungewöhnliche Häufung von Affenpocken-Fällen bei Menschen. Neben Fällen in Nordamerika und Australien häuften sich in den letzten Tagen die Meldungen aus verschiedenen europäischen Ländern. Vergangenen Samstag hatte die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern den ersten bekannten Fall von Affenpocken in der Schweiz gemeldet. Eine weitere Infektion wurde am Dienstag aus Genf gemeldet.

Das BAG beobachtet derweil die Situation «aufmerksam», wie es auf der Website schreibt. Aktuell gebe es keinen spezifischen Impfstoff gegen Affenpocken. Allerdings verleihen die Pockenimpfstoffe der ersten und zweiten Generation, die in der Schweiz bis 1972 verabreicht wurden, «einen wirksamen Schutz». Der Pockenimpfstoff der dritten Generation schützt ebenfalls. Dieser ist zwar in der EU, nicht aber in der Schweiz zugelassen, wie es weiter heisst.

Die Affenpocken verlaufen in der Regel deutlich milder, als die seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken. Die meisten Menschen würden sich innerhalb von mehreren Wochen erholen. Wer von Affenpocken befallen ist, muss sich in Isolation begeben, bis die letzten Bläschen zu Krusten geworden sind.