Gesundheit
Wegen Corona «völlig überlastet»: Neuenburger Kantonsspital verschiebt wieder elektive Operationen

Das Neuenburger Kantonsspital muss erneut elektive Eingriffe verschieben. Die fünf Standorte seien aufgrund von Coronafällen stark überlastet. Nun prüft das Spital die Schaffung von zusätzlichen Betten.

Dario Pollice
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Das Neuenburger Kantonsspital ist wegen der hohen Zahl an Coronapatienten am Anschlag und muss elektive Eingriffe verschieben. (Symbolbild)

Das Neuenburger Kantonsspital ist wegen der hohen Zahl an Coronapatienten am Anschlag und muss elektive Eingriffe verschieben. (Symbolbild)

Keystone

Derzeit überschatten die Ereignisse in der Ukraine die Coronapandemie. Dies auch, weil die Zahl der Neuansteckungen und Spitaleinweisungen mit dem Coronavirus rückläufig ist. Dass die Pandemie indes noch nicht überstanden ist, zeigt ein Blick nach Neuenburg. Das dortige Kantonsspital (RHN) meldet am Freitag, dass es aufgrund der hohen Anzahl an Coronapatienten «völlig überlastet» sei.

Die Überlastung sei darauf zurückzuführen, dass das Spital mit seinen fünf Standorten seit Anfang Jahr 778 Coronapatienten in der Akutpflege aufgenommen hat. Zum Vergleich: Über das gesamte Jahr 2021 verteilt waren es 817 Covid-Patienten, heisst es.

Zusätzlich werde das Spital dadurch belastet, dass die Betten von 45 Patienten nicht freigemacht werden können. Dabei handle es sich um grösstenteils gefährdete ältere Personen, die noch nicht selbstständig genug sind, um wieder nach Hause zurückzukehren.

Auch Aargauer Kantonsspitäler verschieben Eingriffe

Vor diesem Hintergrund sieht sich das RHN laut Mitteilung gezwungen, die Entlassung bestimmter Patienten vorzuziehen und elektive chirurgische Eingriffe zu verschieben. Dabei handelt es sich um medizinisch notwendige, aber nicht dringende Operationen. Das sei nicht nur für die betroffenen Patienten «äusserst schädlich», sondern auch für das Image und die Finanzen des Spitals, so das Kantonsspital

Nun prüft das RHN die Schaffung von zusätzlichen Betten innerhalb und ausserhalb der eigenen Spitäler. Dabei hat das Kantonsspital auch Kontakte zu öffentlichen und privaten Partnern geknüpft, um ab nächster Woche einen Teil der Patienten, die auf eine Einweisung warten, unterzubringen.

Das Neuenburger Kantonsspital ist dabei nicht das einzige, das eine Verschiebung von elektiven Operationen vornimmt. So meldeten etwa die Kantonsspitäler Aarau und Baden Ende März, dass sie bis zu 20 Prozent der nicht dringenden Eingriffe verschieben müssten.

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