Genf
Umstrittene Reise nach Abu-Dhabi: Fall Maudet landet vor Bundesgericht

In zweiter Instanz wurde der ehemalige Genfer FDP-Staatsrat freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft zieht dieses Urteil nun weiter vor das Bundesgericht.

Julian Spörri, Lausanne
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Das höchste Schweizer Gericht wird über den Fall Maudet entscheiden müssen.

Das höchste Schweizer Gericht wird über den Fall Maudet entscheiden müssen.

Bild: Peter Schneider / Keystone

Die Genfer Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie das Urteil des Kantonsgerichts im Fall Pierre Maudet weiterziehen wird. Somit muss sich das Bundesgericht in Lausanne mit der umstrittenen Reise des ehemaligen FDP-Staatsrats nach Abu-Dhabi aus dem Jahr 2015 beschäftigen.

Vom Kantonsgericht wurde Maudet vor einem Monat freigesprochen. Zwar hielt das Gericht fest, dass die Reise nach Abu-Dhabi im Wert von 50'000 Franken weit über das hinausgehe, was ein Regierungsrat als Geschenk annehmen darf. Die Richter kamen jedoch zum Schluss, dass der Politiker bei seinem Besuch des Formel-1-Rennens nichts anderes als Dekoration gewesen sei und es kein konkretes Gegengeschäft von Seiten Maudets gegeben habe. Damit beurteilte das Kantonsgericht den Fall anders als noch die erste Instanz. Diese sprach den Genfer der Vorteilsnahme schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagen à je 400 Franken.

Nun liegt es am Bundesgericht zu entscheiden, ob die Reise nach Abu-Dhabi für den einstigen Bundesratskandidaten Maudet strafrechtliche Konsequenzen hat oder nicht.