Diplomatie
Nationalratspräsident Andreas Aebi kritisiert Todesstrafe im Iran

Bei einem Besuch im Iran hat Nationalratspräsident Andreas Aebi Kritik an der Todesstrafe geäussert. Dass diese im Iran auch an Minderjährigen vollstreckt werde, sei unverständlich.

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Andreas Aebi (l.) mit dem iranischen Aussenminister Aussenminister Hossein Amir-Abdollahian.

Andreas Aebi (l.) mit dem iranischen Aussenminister Aussenminister Hossein Amir-Abdollahian.

ho/parlament.ch

Bei offiziellen Gesprächen im Iran thematisierte Nationalratspräsident Andreas Aebi (SVP/BE) die Menschenrechte. In der Schweiz gebe es kein Verständnis für die Todesstrafe, dies noch weniger, wenn sie wie im Iran an Minderjährigen vollstreckt werde. Aebi weilte vom 10. bis 16. Oktober im Iran, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Dabei machte er sich auch ein Bild über die Lage der religiösen Minderheiten im Land und traf sich mit einem Bischof der armenischen Kirche.

Das Treffen habe einen ersten Kontakt mit dem Parlament und der im Juni neu gewählten Regierung ermöglicht, so die Mitteilung weiter. Aebi sprach unter anderem mit seinem Amtskollegen Mohammad Bagher Ghalibaf sowie dem Aussen- und dem Landwirtschaftsminister. Die Schweiz baut im Rahmen einer 2016 beschlossenen «Roadmap» ihre bilateralen Beziehungen zum Iran aus. Ein zentraler Bereich dabei ist die Landwirtschaft.

Aebi, von Beruf selbst Landwirt, besuchte in diesem Zusammenhang eine von Wassermangel betroffene Region im Südiran und einen Milchwirtschaftsbetrieb in der Nähe der Hauptstadt Teheran. Im Rahmen des Treffens informierte er sich ausserdem über die politische Lage im nahen Osten. Thematisiert wurde auch das Schutzmachtmandat der Schweiz für den Iran und die USA. Dieses ermöglicht den beiden Staaten, die offiziell keine diplomatischen Beziehungen pflegen, über einen direkten Kanal Informationen auszutauschen. (wap)

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