Coronavirus
Berset: «Es ist normal, dass nicht alle auf dem gleichen Stand sind»

Gesundheitsminister Alain Berset hat sich am Freitag in Genf das Impfzentrum zeigen lassen. Er wies den Vorwurf zurück, wonach die Kantone beim Impfen hinterher hinken würden.

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Bundesrat Alain Berset besuchte unter anderem das Corona-Impfzentrum im Genfer Universitätsspital.

Bundesrat Alain Berset besuchte unter anderem das Corona-Impfzentrum im Genfer Universitätsspital.

Keystone

(abi) Bundesrat Alain Berset nutzte am Freitag die Gelegenheit, um sich vor Ort über den Stand der Impfungen und die Situation im Spital informieren zu lassen. Vor den Medien zeigte er sich vor allem auch beeindruckt vom Engagement des Personals. Er dankte der Bevölkerung nochmals dafür, dass es nach den Festtagen keinen starken Anstieg der Fälle gegeben habe. Die Situation in der Schweiz habe sich etwas entspannt – auch wenn die Fallzahlen noch immer zu hoch seien, betonte er.

Als Erfolg bezeichnete der Gesundheitsminister die bereits über eine halbe Million eingetroffenen Impfstoffdosen. «Mit den Impfstoffkäufen und der Lizenzierung sind wir in Bezug auf die Beschaffung gut aufgestellt», sagte er. Die Schweiz hinke nicht hinterher und die Kantone würden sehr gute Arbeit leisten. «Es ist normal, dass nicht alle auf dem gleichen Stand sind», erklärte Berset. Die Gründe dafür seien kantonal unterschiedliche Faktoren wie etwa Grösse oder Logistik.

Verzögerung wegen Kapazitätsausbau

Auf die Lieferverzögerung von Pfizer/Biontech angesprochen, erklärte Berset, dass es sich um eine Verspätung handle, weil der Anbieter die Kapazitäten ausbauen müsse. «Es ist auf lange Sicht also eine gute Nachricht.» Und er bot den Kantonen Hilfe an, falls sie Probleme hätten, die zweite Dosis rechtzeitig zu verabreichen.

Von der Idee, alle Dosen zu verimpfen, statt für die zweite Dosis einen Teil des Impfstoffs zurückzuhalten, hält Berset hingegen nicht viel. Er verwies auf Swissmedic, welche die Impfstoffe mit zweimaliger Dosis zugelassen hätte, damit sie wirksam seien.

Gesundheitsminister Berset traf sich in Genf auch mit Vertretern der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dabei sei es unter anderem um den weltweiten Zugang zur Impfung gegangen und um die Covax-Initiative, an der sich die Schweiz beteiligt. Bei der Initiative geht es um eine globale Lösung für eine gerechte Verteilung der Covid-19-Impfstoffe.