Coronavirus
BAG-Chefin: «Es wäre unethisch, nicht sofort mit dem Impfen anzufangen»

Anne Lévy ist erfreut, dass erste Kantone bereits vor Neujahr gegen Corona impfen. Nun hofft die Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) auf die baldige Zulassung eines zweiten Impfstoffs.

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Die BAG-Direktorin Anne Lévy gab vergangene Woche die Zulassung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech bekannt.

Die BAG-Direktorin Anne Lévy gab vergangene Woche die Zulassung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech bekannt.

Keystone

(dpo) In den Zentralschweizer Kantonen, in Basel-Stadt und in Freiburg sollen die ersten Personen aus den Risikogruppen noch vor Ende Jahr gegen das Coronavirus geimpft werden. Das sei erfreulich, sagt die BAG-Direktorin gegenüber der «NZZ» am Dienstag, denn: «Es wäre unethisch, nicht sofort mit dem Impfen anzufangen, obwohl wir die Zulassung haben.» An jedem Tag, der verpasst werde, würden Menschen an Covid-19 sterben oder schwer erkranken, so Anne Lévy.

Der Bund hat gemäss der BAG-Direktorin den Kantonen bis zum 4. Januar Zeit gegeben, für die Impfung startklar zu sein. Letztere sagen dann der Armeeapotheke, wann sie bereit sind. Dabei habe jeder Kanton hat ein Kontingent an Impfstoffen zur Verfügung, so Lévy weiter. «Dieses ist unterschiedlich gross, je nach Anzahl Einwohnerinnen und Einwohner und je nachdem, wie viele Risikopersonen im Kanton leben oder wie viel Pflegepersonal es dort gibt». Derzeit kläre das BAG vor der ersten Lieferung der Impfstoffe ab, wie die Verteilung im Detail vorgenommen werde.

Die zweite Lieferung von Pfizer/Biontech soll laut der BAG-Chefin vermutlich im Januar kommen. Es sei aber gut möglich, dass es schneller geht. «Zudem hoffen wir auf eine baldige Zulassung des Impfstoffs von Moderna», fügt Anné Levy hinzu.

Der Bund schloss bereits im August 2020 einen Vertrag mit der US-Firma Moderna über 4,5 Millionen Impfdosen ab. Auch mit dem britischen Konzern AstraZeneca hat die Schweiz einen Vertrag abgeschlossen. Via Schweden sollen so 5,3 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geliefert werden. Die Schweiz profitiert damit von einem Angebot der EU an EWR- und EFTA-Länder.