Coronamassnahmen
Ostschweiz und Schwyz wollen Lockerung, Tessin fordert mehr Grenzkontrollen

Die Ostschweizer Kantone und der Schwyzer Regierungsrat fordern vom Bundesrat rasche Lockerungen. Der Kanton Tessin drängt dagegen auf verstärkte Grenzkontrollen.

Samuel Thomi
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Mehrere Kantone fordern eine raschere Öffnung der Gastrobetriebe als der Bundesrat. Dieser erhält aber auch Unterstützung.

Mehrere Kantone fordern eine raschere Öffnung der Gastrobetriebe als der Bundesrat. Dieser erhält aber auch Unterstützung.

Keystone

«Ein wichtiges Zeichen an die Bevölkerung» erwarten die Ostschweizer Kantone. Am Sonntag hätten sich Regierungsdelegationen der Kantone St. Gallen und Thurgau sowie der beiden Appenzell darauf verständigt, heisst es am Montag in einer Mitteilung des Kantons Appenzell Innerrhoden. Man sei sich einig, dass der Bundesrat am 22. März 2021 den nächsten Lockerungsschritt vollziehen solle.

Konkret fordert Appenzell Innerrhoden in der Mitteilung vom Montag, dass die Restaurants den Betrieb per 22. März wieder aufnehmen können, unter Einschränkung der Platzzahl und Anwendung von Schutzkonzepten. Die Öffnung der Aussenbereiche bringe für die Betriebe zu wenig, so der Halbkanton. In dieselbe Kerbe schlägt am Montag in einer Mitteilung auch der Regierungsrat des Kantons Schwyz. Er fordert, dass Gastrobetriebe sowohl im Innen- wie im Aussenbereich per 22. März öffnen können.

Schwyz fordert weitgehende Lockerungen für Gastronomie

In den Bereichen Sport, Kultur, Bildung und Veranstaltungen solle der Bund zudem auf eine starre Maximalgrenze von Besuchenden verzichten. Laut Schwyz ist die Grösse und Infrastruktur des Veranstaltungsortes bei der Beurteilung der Gästezahl zu berücksichtigen. Grundsätzlich unterstütze die Regierung jedoch die Drei-Pfeiler-Strategie (Massnahmen, Testen und Impfen) des Bundesrates. Appenzell Innerrhoden stellt die gleiche Forderung für die 50er-Regel bei Gottesdiensten.

In seiner Mitteilung argumentiert der Schwyzer Regierungsrat, die Öffnungsstrategie müsse sich neben der epidemiologischen Entwicklung auch an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen orientieren. Zudem soll berücksichtigt werden, dass «mit der Ausweitung der Teststrategie mit einer Erhöhung der Fallzahlen zu rechnen» ist, wie die Schwyzer Kantonsregierung schreibt. Damit liesse sich jedoch nicht automatisch auf eine Verschlechterung der epidemiologischen Lage schliessen. Dies müsse bei der Bewertung der Fallzahlen mitberücksichtigt werden.

Freiburg lobt «ausgewogenen Kompromiss»

Anders Freiburg: Der Staatsrat begrüsst in einer Mitteilung vom Montag den vom Bundesrat vorgeschlagenen «ausgewogenen Kompromiss» zwischen den gesundheitlichen Risiken einer möglichen dritten Welle sowie den soziokulturellen und wirtschaftlichen Interessen. Konkret seien die avisierten Lockerungen des zweiten Schritts «angemessen, insbesondere die Erhöhung auf 10 Personen bei Zusammenkünften im privaten Bereich».

Kritische Töne kommen aus dem Kanton Tessin. Die Öffnung der Terrassen sei eine Chance für die Gastronomie, schreibt der Tessiner Regierungsrat in einer Mitteilung. Bei Lockerungen sei allerdings zu bedenken, dass sich die italienischen Nachbarregionen Lombardei und Piemont erneut im Lockdown befänden. Der Staatsrat appelliere deshalb an den Bundesrat, die Grenzkontrollen zu verstärken.

Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag unter anderem vorgeschlagen, die Aussenräume der Gastronomie ab 22. März wieder zu öffnen. Dies, falls es die epidemiologische Situation zulässt. Die Kantone können diese Woche Stellung nehmen zu den Öffnungsplänen. Dann will die Landesregierung über das weitere Vorgehen entscheiden.