Coronakrise
Run auf Sozialhilfe bleibt aus: Skos korrigiert Prognose erneut nach unten

Weniger gravierend als befürchtet: Die Sozialhilfekonferenz Skos hat die Prognose zur Sozialhilfe erneut nach unten korrigiert. Für 2023 erwartet sie dennoch Mehrkosten von 535 Millionen gegenüber 2019.

Drucken
Teilen
Der Pandemieschock blieb aus, dennoch rechnet die Skos mit einem Anstieg der Fälle bis 2023. (Symbolbild)

Der Pandemieschock blieb aus, dennoch rechnet die Skos mit einem Anstieg der Fälle bis 2023. (Symbolbild)

Keystone

Die Schweizerische Sozialhilfekonferenz hat ihre Prognosen zum Anstieg der Zahl der Sozialhilfebezüger infolge der Coronakrise erneut nach unten korrigiert. 2023 könnte die Zahl der Personen, die auf Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen sind, gegenüber den Vorkrisenzahlen von 2019 um 14 Prozent zunehmen, meldete die Skos am Mittwoch. Im Januar hatte sie noch einen Anstieg um 21 Prozent vorausgesagt.

Im Mai 2020 hatte sie noch mit einem Anstieg um 28 Prozent gerechnet. Die Auswirkungen der Coronakrise seien bisher weniger gravierend als befürchtet, so die Skos. Bislang seien die Zahlen stabil. Verglichen mit 2019 sei 2023 aber mit Mehrkosten von 535 Millionen Franken zu rechnen, so die Skos. Diese gehen zu Lasten von Kantonen und Gemeinden. Dass die Schreckensszenarien von 2020 nicht eingetroffen sind, führt sie auf die wirtschaftlichen Hilfsmassnahmen des Bundes zurück.

Dennoch gebe es noch keinen Grund für eine Entwarnung, schreibt die Skos. Grund dafür ist aber nicht primär die Pandemie, sondern die Migration. Die in den Jahren 2014 bis 2016 in die Schweiz gekommenen Flüchtlinge gingen in den nächsten Monaten in die Zuständigkeit der Kantone und Gemeinden über. Mehr als die Hälfte der prognostizierten Fallzunahme entstehe durch diese Gruppe. Ausserdem habe sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen verdoppelt, und die durch die Krise beschleunigte Digitalisierung verändere den Arbeitsmarkt. (wap)

Aktuelle Nachrichten