Coronakrise
Nach Unterbruch: SBB nehmen sistierte Bauprojekte wieder auf

Die SBB wollen weiterhin investieren und heben eine grossflächig angekündigte Sistierung von Bauprojekten wieder auf. Damit reagiert der Bund auch auf Kritik aus der Politik.

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Die Bauprojekte der SBB können weitergeführt werden. (Symbolbild)

Die Bauprojekte der SBB können weitergeführt werden. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Ende Januar kündigten die SBB an, über 30 Bauprojekte schrittweise zu sistieren. Bis 2025 wollten die Bundesbahnen rund 700 Millionen Franken im Immobilienbereich einsparen, wegen der aufgrund von Corona angespannten finanziellen Lage. Nach Gesprächen mit dem Bund kam es nun aber zu einer Kehrtwende, wie einer Mitteilung der SBB vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Die Sistierung werde aufgehoben, heisst es darin. «Die SBB passt die Finanzierungsmodalitäten bei Beschaffungen an und erhöht so den finanziellen Spielraum.» Die Verschuldungssituation werde so nur «unwesentlich» verschlechtert, während die SBB weiterhin investieren könnten.

Verkehrskommission forderte Überdenken

Verschiedene Projekte, welche bereits baureif sind, sollen ohne Unterbruch realisiert werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Weitere 30 Projekte, deren Sistierung geplant gewesen war, werden weitergeführt. Vor Baubeginn werde jeweils eine neue Lagebeurteilung mit dem Bund durchgeführt. Dies, wenn mehr Klarheit über die finanziellen Folgen der Coronakrise bestehe.

Die angekündigte Sistierung von SBB-Bauprojekten kam in der Politik nicht gut an. Die ständerätliche Verkehrskommission hatte Anfang Februar das Umwelt- und das Finanzdepartement dazu aufgefordert, den Entscheid zu überdenken. Die Kommission fürchtete, dass der Baustopp negative Folgen für die SBB und für die Volkswirtschaft haben könnte.