Corona
Graubünden: Offensive Teststrategie hält Coronazahlen tief

Trotz offener Skigebiete liegen die Coronazahlen in Graubünden deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt. Der Kanton führt dies auf präventive Tests in Schulen und Betrieben zurück.

Merken
Drucken
Teilen
Freiwillige in Zuoz: Schon im Dezember begann der Kanton Graubünden mit Flächentests.

Freiwillige in Zuoz: Schon im Dezember begann der Kanton Graubünden mit Flächentests.

Keystone

(wap) Der Kanton zieht eine positive Bilanz seiner Teststrategie. Graubünden habe den zweittiefsten R-Wert der Schweiz, ausserdem sei die Zahl der Neuansteckungen im Kanton stabil, während sie schweizweit ansteige, schreiben die Kantonsbehörden in einer Mitteilung vom Mittwoch. «Dies ist das Ergebnis der aktiven, präventiven Teststrategie in Graubünden.»

Im Kanton werden präventiv Tests in Betrieben und an den Schulen durchgeführt. In den Bündner Südtälern wurden ausserdem Flächentests durchgeführt, die auch die Mortalitätsrate deutlich gesenkt hätten, heisst es weiter. Insgesamt würden 45 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen fünf und 64 Jahren regelmässig getestet. Dank dem aussagekräftigen Bild über die Ausbreitung der Pandemie könnten die Behörden wo nötig rechtzeitig gezielt eingreifen.

Die Auswertung des Contact Tracings habe ausserdem gezeigt, dass es nur bei einer von zehn Personen in Quarantäne zum Krankheitsausbruch komme. In seiner Mitteilung verweist der Kanton explizit auf seinen Entscheid, die Skigebiete offen zu halten. Die Kosten einer Schliessung hätten sich auf 320 Millionen Franken belaufen. Angesichts der hohen Mobilität während der Wintersaison sei mit einem Anstieg der Fallzahlen um 20 Prozent gerechnet worden. Dank der Strategie habe nun sowohl der wirtschaftliche Schaden als auch die Zunahme der Neuansteckungen und Todesfälle verhindert werden können.